Claudia Steckeler

Wer am Freitagabend in der Festhalle in Mühlheim war, der kennt es nun, das Geheimnis um den Schatz, den die Piraten der inklusiven Theatergruppe gesucht haben. „Nein“ es ist nicht eine riesige Truhe voller Gold und funkelndem Geschmeide gewesen, sondern ein lang gehütetes Rezept für den besten irischen Whisky der Welt.

Im Rahmen des Inklusionsprojektes „Zusammen für ein inklusives Tuttlingen“ der Stiftung Liebenau, unterstützt von zahlreichen weiteren Kooperationspartnern, sind große und kleine Tänzer in dem Musical „Piraten auf Schatzsuche“ voller Eifer und ansteckender Begeisterung auf die Suche nach einer geheimnisvollen Truhe gegangen. Eine Schatzkarte in einer Flaschenpost hatte sie neugierig gemacht und erstmals wagten sich die in allen Meeren so Gefürchteten auf eine neue Route: Angeführt von ihrer unerschrockenen Piratenkapitänin Cathy machten sie sich auf in unbekannte Gewässer gen Irland.

Eigentlich waren sie auf der Suche nach dem so dringend benötigten Rum, denn der eigene Vorrat war längst verbraucht, und immer nur Wasser trinken war nicht ihr Ding. Doch was sie im sagenumwobenen Irland erwartete, überraschte sie gehörig, und die so fürchterlichen Piraten erwiesen sich ein ums andere Mal als echte Hasenfüße. Der dunkle Wald, die darin lebenden Kobolde, sogar die Feen kamen ihnen unheimlich vor.

Unter der Leitung von Conny Tolk hatte die inklusive Jazztanzgruppe, bestehend aus „Die Tabbis“ (ehemalige Schüler der Johann-Peter-Hebel-Schule, jetzt Lebenshilfe), Schüler der aktuellen Tanz AG der Johann-Peter-Hebel-Schule sowie Stepptänzerinnen der Volkshochschule Tuttlingen, die fantasievolle Geschichte einstudiert und am Freitagabend begeisternd auf die Bühne gebracht. Getanzt und gespielt wurde innerhalb eines phantasievollen Bühnenbildes der Kunstgruppe des Familienentlastenden Dienstes Tuttlingen, das die einzelnen Szenen unterstrich.

Das Publikum ging von Beginn an mit, unterstützte die Akteure klatschend, die zu den Rhythmen von Santiano tanzten, oder die Tänzerinnen der VHS-Stepptanzgruppe, die klickend und klackend irische Weisen umsetzten. Am Ende waren alle überrascht von dem geheimnisvollen Schatz, der von den Feen einhundert Jahre lang gehütet worden war. Solange, bis diejenigen kamen, die sich ihm als würdig erwiesen: Dies waren die Piraten. Dabei handelte es sich um ein Geheimrezept für den allerbesten irischen Whisky, dessen Produktion es den wilden Kerlen der Meere – dies war die Bedingung – ermöglichte sesshaft zu werden, Familien zu gründen, und reich zu werden.

Die Feen freuten sich, dass sie ihre schwere Aufgabe loswurden. Gemeinsam entschieden sich die Herrscher des Meeres für das neue Leben und waren sich mit den Feen darin einig: „Nur gemeinsam sind wir stark. Wir für euch und ihr für uns.“ Mit ihrer Spielfreude hatten die Akteure das Publikum gefesselt und als Organisatorin, Autorin, Trainerin Conny Tolk am Ende die Frage stellte „Sollen wir nächstes Jahr wieder kommen“, schallte ein lautes „Ja“ durch die Mühlheimer Festhalle.

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