Mühlheim braucht mehr Kindergartenplätze

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 In Mühlheim wird der Bedarf an Kindergartenplätzen steigen. Der Gemeinderat reagiert darauf mit seiner Bedarfsplanung.
In Mühlheim wird der Bedarf an Kindergartenplätzen steigen. Der Gemeinderat reagiert darauf mit seiner Bedarfsplanung. (Foto: Symbol: Jan-Philipp Strobel/spa)
Wilfried Waibel

Der Mühlheimer Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung mit der Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2019/20 befasst. Es habe sich schon in den vergangenen Jahren abgezeichnet, dass die Plätze in den vier Kindergärten immer rarer werden, stellten Silvia Schaible vom Hauptamt und Bürgermeister Jörg Kaltenbach die Situation dar. Aufgrund dieser Tatsache soll eine Erweiterung der Betriebserlaubnis für den Kindergarten St. Josef beantragt werden.

Der Bedarf für die Kindergartenplätze könne abgedeckt werden, bestätigten Schaible und Kaltenbach. Von Kindern und Eltern gerne angenommen werde in den Mühlheimer Kindergärten mittlerweile die Einnahme des Mittagessens. Was früher eine Seltenheit gewesen sei, würden heute Zweidrittel der Kinder das Mittagsmahl im Kiga einnehmen, sagte Bürgermeister Jörg Kaltenbach. In Zukunft wird es keine Eltern-Briefe mehr geben. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Eltern der Kindergärten hätten sich auch die Eltern für eine App als Ersatz ausgesprochen.

Anbau wird gebraucht

Im Zuge der Planung waren sich die Vertreter der Kirchengemeinde und der Stadt einig, dass eine Erweiterung der Kiga-Plätze in Mühlheim unerlässlich ist, „ein Anbau wird gebraucht“. Für die weitere Zukunft, vermutlich schon im Kindergartenjahr 2021/22 werden die Plätze nicht mehr ausreichen.

Bei der weiteren Planung erwähnte Bürgermeister Kaltenbach auch das neue Baugebiet Mühlenösch-Erweiterung, wo man mit rund 400 neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern rechnet. Eine Erweiterung im Bereich des Kindergartens St. Maria in der Mühlheimer Vorstadt würde sich anbieten. Dafür hat die Verwaltung bereits Kontakt mit der katholischen Kirchengemeinde aufgenommen. Dort sei auch bereits grundsätzliche Bereitschaft signalisiert worden.

Vorplanungen beginnen

Während der Mühlheimer Gemeinderat einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung für die Bedarfsplanung 2019/20 zustimmte, der die Erweiterung um zehn Plätze für das Kindergartenjahr abdeckte, gab es für zum Beschlussvorschlag, mit den Vorplanungen zusammen mit den Kirchengemeinden zu beginnen, ein mehrheitlicher Beschluss bei einer Enthaltung und eine Gegenstimme.

Der Verwaltung wurde zudem der Auftrag gegeben, die Elternbeiträge nach den Empfehlungen der Landesverbände und der kirchlichen Träger anzupassen.

Bericht über Integrationsarbeit

Einen interessanten Einblick ins Leben und Dasein der Flüchtlinge im Kreis Tuttlingen und vor allem in Mühlheim gab der Integrationsmitarbeiter des Landkreises, Mühlheims Gemeinderat Volker Seelos.

Während in Mühlheim derzeit 59 Flüchtlinge – 36 Erwachsene und 23 Kinder – untergebracht sind, sind es im Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Donau-Heuberg 134 Personen. Vor allem die Kinder seien die wichtigen Multiplikatoren in den Flüchtlingsgruppen.

Ein großes Kompliment hatte der Landkreis-Mitarbeiter für die Grundschule Mühlheim parat, um die man sich dort sehr annehme. Derzeit gehen zehn Kinder dort zur Schule. Bei den Beurteilungen würden sich die Flüchtlinge oft überschätzen, was hin und wieder auch zu Missstimmungen geführt habe.

Ein Lob verdiene auch die Bürgeraktion „Mühlheim hilft“, die sich in vielfacher Hinsicht um die Flüchtlinge annimmt. Nur einem Drittel der Erwachsenen habe man Arbeit verschaffen können. Oft sei auch das Fehlen der deutschen Sprache ein großes Hindernis. Das ist oftmals auch Hinderungsgrund für eine Weiterqualifizierung. Ab 40 Jahre täten sich vor allem die männlichen Flüchtlinge mit der deutschen Sprache sehr schwer. Volker Seelos berichtete auch, dass das Heimweh oft nicht zu übersehen ist. Ein weiterer Aspekt unter den Flüchtlingen, vor allem bei den Männern, sei die Spielsucht.

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