„Kommunikation ist das Wichtigste“

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 Zehn Verletzte im Bus und zwei eingeklemmte Schwerverletzte in einem PKW – das war das Szenario für die große Übung der Rettun
Zehn Verletzte im Bus und zwei eingeklemmte Schwerverletzte in einem PKW – das war das Szenario für die große Übung der Rettungskräfte in Mühlheim. (Foto: Kornelia Hörburger)
Kornelia Hörburger

Ein Großaufgebot an Rettungskräften aus Mühlheim, Fridingen und Tuttlingen hat sich am Montagabend gegen 18.30 Uhr in Mühlheim eingefunden. Das Teilstück der Lippachtalstraße nördlich der Zufahrt zur Kitzenbühlstraße in Richtung Stadtausgang Mahlstetten war gesperrt. Der Grund: Ein Unfall zwischen einem Bus und einem PKW mit zwölf verletzten Personen wurde simuliert.

Eingebunden in die Übung waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Mühlheim / Stetten und aus Fridingen, Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Tuttlingen und Fridingen, eine Gruppe, die die Verletzten mimte, sowie erstmals der Rettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Die Feuerwehr Mühlheim / Stetten war mit einem HLF, mit ihrem Löschfahrzeug und dem Mannschaftstransportwagen vor Ort. Von der Drehleiter aus wurde das Gelände ausgeleuchtet. Die Einsatzleitung lag in den Händen des Kommandanten der Feuerwehr Mühlheim / Stetten, Armin Ulrich.

Kreisbrandmeister Andreas Narr war ebenfalls vor Ort. „Kommunikation ist das Wichtigste, was wir hier üben“, erklärte er. „Denn hier treffen ganz unterschiedliche Gruppen aus verschiedenen Orten aufeinander.“

Das Szenario

Ein PKW aus Richtung Mahlstetten stößt frontal mit einem ortsauswärts fahrenden Bus zusammen und prallt anschließend auf einen Baum. Zehn Businsassen sind verletzt, zwei Schwerverletzte im Auto eingeklemmt: Dieses Szenario fanden die Rettungskräfte des DRK vor, als sie als Erste an der „Unfallstelle“ auf der Kreisstraße ins Lippachtal eintrafen. Für die eintreffenden Helfer galt es zunächst, sie zu beruhigen, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen - und Verstärkung anzufordern: sowohl zur medizinischen Versorgung als auch für technische Hilfe.

Die hinzugerufenen Feuerwehrleute aus Mühlheim und Stetten begannen sofort, die Schwerverletzten aus dem PKW zu befreien. Sie halfen auch dabei, die Businsassen auf der gegenüberliegenden Wiese zu betreuen. Die große Anzahl an Verletzten forderte weitere Verstärkung: insgesamt waren sechs Rettungswagen mit sieben Notärzten und 12 Rettungssanitätern vor Ort.

Der Einsatz von drei Rettungshubschraubern wurde simuliert. Zwei davon wären im Ernstfall aus der Schweiz angeflogen. Zur Übung gehörte auch, für sie einen Landeplatz vorzubereiten.

Aus Fridingen kam weitere Verstärkung: 25 Feuerwehrleute mit HLF (Hilfslöschfahrzeug mit Ausrüstung für technische Hilfe), Einsatz- und Kommandowagen und einem Wechsellader mit Abrollbehälter „Technische Hilfeleistung“.

„Rendez-vous-System“ sei der offizielle Begriff dafür, dass sich zwei Wehren jeweils mit ihrem Gerät für technische Hilfeleistung am Einsatzort treffen, sagte Kommandant Ulrich.

Die beiden Schwerverletzten mussten sich eine Weile gedulden. Sie wurden im PKW medizinisch notversorgt, doch geborgen werden konnten sie erst, nachdem die Feuerwehr das Autodach geöffnet hatte.

Das Fazit der Übung

Bestens bewährt habe sich an diesem Abend die neu angeschaffte Rettungsschere der Mühlheimer Wehr, darin waren sich Feuerwehrleute und Kommandant einig. „Die alte war zu schwach für die heutigen Autos“, sagte Ulrich.

Sein Fazit aus der Übung: „Wir haben gesehen, wie schnell wir an unsere personellen Grenzen kommen.“

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