„Kaffee war schon immer mein Getränk“

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Silke Lang hat mit ihrem neun Quadratmeter großen Laden „Silkes Röstwerk“ die erste Rösterei in Mühlheim geschaffen.
Silke Lang hat mit ihrem neun Quadratmeter großen Laden „Silkes Röstwerk“ die erste Rösterei in Mühlheim geschaffen. (Foto: Wilfried Waibel)

Silkes Röstwerk ist jeweils samstags in der Zeit von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Begonnen hat alles in der Garage vor gut vier Jahren. Damals hat Silke Lang aus Mühlheim angefangen, kleine Mengen Kaffee für den Eigengebrauch zu rösten. Irgendwann hat sich das im Freundeskreis rumgesprochen, und ihr Hobby nahm größere Ausmaße an, erinnert sie sich. Seit 1. September hat sie in Mühlheim ihre eigene Rösterei – „Silkes Röstwerk“ – eröffnet.

Schon als Kind hat Silke Lang Kaffee geliebt, wie sie sagt. „Bei meiner Oma gab es immer freitags Röstkartoffeln mit kaltem Kaffee und Milch. Kaffee war schon immer mein Getränk“, schwärmt sie. Schon lange interessiere sie sich dafür, wie Kaffee angebaut, gepflanzt und geerntet wird. Darüber hat sie reichlich Fachliteratur gelesen.

„Ich trinke gerne guten Kaffee, und den findet man sehr selten. So habe ich angefangen, selbst zu rösten. Anfangs ging natürlich viel daneben“, sagt sie und lacht.

Nachhaltig angebaute und geerntete Kaffeebohnen

Um mehr über die kleine braune Bohne und das Kaffeerösten zu lernen, hat sich die Qualitätsmanagerin – sie arbeitet beim Medizintechnikunternehmen Karl Storz in Tuttlingen – beim Schulungs- und Forschungsinstitut „Coffee Consulate“ in Mannheim zur Kaffeerösterin ausbilden lassen. Dort lernte sie unter anderem die verschiedenen Kaffeepflanzen, ihre Gattungen sowie die unterschiedlichen Arten der Kaffee-Ernte kennen. „Beim ,Picking’ werden die Kaffeebohnen einzeln von den Bäumen gepflückt. Das ist zwar eine lange Prozedur, dafür aber für die Bäume sehr schonend, und es ergibt einen sehr guten Rohkaffee“, erklärt sie. Hingegen sei die umweltunfreundlichste Ernte-Art die maschinelle. „Mit Maschinen werden die Bohnen von den Bäumen gerupft. Dabei werden auch viele kleine Tiere getötet. Danach sind die Kaffeepflanzen total kaputt.“ Sie lege deshalb besonders Wert darauf, dass der Rohkaffee, den sie für ihren Laden kauft, nachhaltig angebaut und geerntet wird.

Ihren Rohkaffee bezieht sie im Direktkauf von fünf Kaffeebauern aus Brasilien, Indien, Mexiko und El Salvador. „Bei fairtrade oder bio-zertifizierten Kaffees müssen die Landwirte für diese Lizenzen bezahlen. Bei einem Direktkauf nicht. Und ich als Käuferin weiß genau, von welchem Kaffeebauern und welcher Parzelle mein Kaffee kommt. Das ist bei Fairtrade nicht der Fall“, betont sie.

Auf die Frage, wie denn für sie ein guter Kaffee schmecken sollte, antwortet Lang: „Kaffee ist Geschmackssache. Für mich ist ein guter Kaffee, wenn ich die Tasse ansetze und ich das Bouquet dabei schon riechen kann. Und wenn ich einen Schluck getrunken habe, muss der Kaffee ein gutes Gefühl auf der Zunge hinterlassen und darf nicht säuerlich schmecken.“

Bis zu 800 Aromen in einer kleinen Kaffeebohne

Der säuerliche Kaffeegeschmack, so Lang, hänge von der Röstung ab. Sie setzt auf ein schonendes Röstverfahren, bei dem die Kaffeebohne ihre Aromavielfalt ausbreiten kann und bei dem ein bekömmlicher Kaffee enststeht. Was beim Rösten nicht fehlen darf ist der „First Crack“.

„Und der entsteht, wenn die Bohne beim Rösten eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Dann platzt die feine Hautoberfläche der Kaffeebohnen auf. Das ist identisch wie das Aufpoppen bei Popcorn. Zwischen dem ersten und zweiten Crack hat der Kaffee die besten Aromen. Und davon hat ein guter Kaffee bis zu 800, meint sie.“

Silkes Röstwerk ist jeweils samstags in der Zeit von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

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