Gemeinderat diskutiert über Sanierung der Fußgänger-Überführung beim Bahnhof

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 Die Fußgängerbrücke am Bahnhof in Mühlheim weist Mängel auf.
Die Fußgängerbrücke am Bahnhof in Mühlheim weist Mängel auf. (Foto: Linda Egger)

Der Mühlheimer Gemeinderat hat sich in der jüngsten Sitzung eingehend mit der Fußgänger-Überführung beim Bahnhof in der Vorstadt befasst. Das Bauwerk ist noch keine 15 Jahre alt und zeigt doch bereits entsprechende Mängel.

Gebaut wurde die Fußgänger-Überführung vor allem wegen des großen Schüler-Aufkommens in der Realschule. Mit der Stahl-Konstruktion soll den zahlreichen auswärtigen Schülern ein sicheres Überqueren ohne große Umwege ermöglicht werden. Die Brücke ist aber auch für die Bevölkerung in der Vorstadt ein wichtiges Element. Die Planung und Bauleitung lag damals beim Ingenieurbüro Pietsch aus Radolfzell. Jedoch sind für das Bauwerk keine adäquaten Pläne mehr vorhanden, weder bei der Stadt, der Bahn oder im Landratsamt.

Die Stadt Mühlheim hat jetzt das Tuttlinger Unternehmen Breinlinger Ingenieure mit der Überprüfung beauftragt. Der zuständige Bearbeiter, Nico Köllnick, Fachmann für Schadensfeststellungen und Bauwerksprüfungen, stellte zwar ein deutliches Überschreiten der Floride am ganzen Bauwerk fest, eine Einschränkung oder aktueller Handlungsbedarf bestehe deshalb aber nicht.

Es wurden drei Vorschläge für eine Instandsetzung vorgestellt: Variante 1 beinhaltet die Instandsetzung mit geschlossenem glaserfaserverstärktem Kunststoffbelag für 330 000 Euro; Variante 2 eine Instandsetzung mit geschlossenem Stahlblechbelag für 340 000 Euro und Variante 3 eine Instandsetzung der Bestandskonstruktion mit der Gewissheit, in zehn bis 15 Jahren wieder im gleichen Umfang eine Generalsanierung durchführen zu müssen, mit Kosten von 290 000 Euro.

Während der Beratung im Gremium wurde der Gedanke laut, statt der Überführung eine Unterführung zu bauen, was aber im Rat nicht groß diskutiert wurde. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Antrag auf Bezuschussung, erforderlich bis zum 15. April, aus dem kommunalen Sanierungsfonds für Brücken zu stellen. Eine bauliche Umsetzung soll aber erst im kommenden Jahr erfolgen.

Auch wurde die Verwaltung beauftragt, die Erfolgsaussichten von Schadenersatzforderungen aufgrund der Planungsmängel zu prüfen. Die Empfehlung im Gemeinderat ging an die Variante 2.

Ohne Einwände stimmte der Gemeinderat der Annahme von Spenden und Zuwendungen in Höhe von über 6500 Euro im vergangenen zweiten Halbjahr 2018 zu.

Ergebnisse dreier Messungen

Abschließend berichtete Bürgermeister Jörg Kaltenbach über die drei kommunalen Geschwindigkeitsmessungen im zweiten Halbjahr. Während in der Lippachtalstraße (K5900) bei zwei Messungen 425 Fahrzeuge gezählt wurden, wurde in der Kolbinger Straße bei 941 Fahrzeugen nur einmal gemessen. In der Lippachtalstraße gab es 34 Überschreitungen (acht Prozent), in der Kolbinger Straße 33 Überschreitungen (3,51 Prozent). Die vier höchsten Überschreitungen lagen im Bereich zwischen 21 und 25 km/h, der Großteil im Bereich bis zehn km/h. Bürgermeister Kaltenbach gab zu, dass in der Bahnhofstraße kaum ein geeigneter Messstandort zu finden ist.

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