Erlöse aus dem Kolbinger Gemeindewald gehen in diesem Jahr zurück

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 Die Erlöse aus dem Kolbinger Gemeindewald gehen 2020 zurück.
Die Erlöse aus dem Kolbinger Gemeindewald gehen 2020 zurück. (Foto: Roland Weihrauch)
Kornelia Hörburger

Der Kolbinger Gemeinderat hat sich am Montag intensiv mit den forstwirtschaftlichen Belangen der Gemeinde auseinandergesetzt. Bürgermeister Konstantin Braun berichtete von einem seit Jahren überdurchschnittlich hohen Anteil an Buchenaltholzbeständen – dazu werden über 100 Jahre alte Buchen gezählt. Sie könnten der Gemeinde finanzielle Nachteile durch überaltertes Holz und dem Wald Nachteile für seine Stabilität bringen.

Revierförster Thomas Andreas erläuterte, die Verjüngung dieser Bestände sei nach langem Abwarten seit 2016 schrittweise angegangen worden und müsse nun auch in Jahren mit viel Schadholzanfall kontinuierlich weitergeführt werden. Von den ursprünglich 23 000 Festmetern an Buchenaltholzbeständen seien inzwischen 6 000 bis 7 000 Festmeter genutzt worden.

Der stellvertretende Leiter des Kreisforstamts, Leo Sprich, stellte den Gemeinderäten den Forstwirtschaftsplan für 2020 vor: Mit 3 090 Festmetern liege der geplante Einschlag 30 Prozent unter dem eines „Normaljahres“. Eingeschlagen werde hauptsächlich in den Buchenaltbeständen. Angesetzt wird ein Erlös von 141 000 Euro. Nach Abzug der Kosten für Hieb, neue Kulturen, Pflegemaßnahmen, Wegeunterhalt und Verwaltung von 123 000 Euro bleibt im Ansatz ein Überschuss von 18 100 Euro. „Es gibt Gemeinden, die sogar mit einem negativen Ergebnis rechnen müssen.“

Der Rat beschloss, dass in diesem Jahr 300 Festmeter vom Förster als Brennholz-Bedarf für die Gemeinde bereitgestellt werden sollen. Andreas hatte zu bedenken gegeben, dass viele Bürger das Schneebruchholz aus dem eigenen Wald noch nicht verbraucht hätten. Als Ansatzpreis für die Versteigerung legte der Rat 60 Euro fest.

Zusätzlich zur Neupflanzung von 400 Douglasien und 300 Lärchen im Rahmen des Forstwirtschaftsplans 2020 beschloss der Rat die Teilnahme an der vom Gemeindetag initiierten Klimaschutz-Aktion „1000 Bäume für 1000 Gemeinden“. Im Bereich „Hohler Fels“ soll dafür auf 0,75 Hektar ein Mischbestand aus Roteichen mit Douglasien, Großen Küstentannen, Kirschen und Baumhasel entstehen. Die Mischung soll das Ausfallrisiko einzelner Arten in Zeiten des Klimawandels klein halten. „Es sind Versuchspflanzungen. In ein paar Jahren werden wir klüger sein“, sagte Sprich. „Aber wir müssen etwas probieren, weil wir wissen, dass sich das Klima ändert.“ Einschließlich eines Zauns als unerlässlichen Schutz der Jungpflanzen gegen das „Fegen“ durch Rotwild kostet die Aktion 6 250 Euro.

In seinem Rückblick auf 2019 berichtete Sprich von einem Überschuss von 75 000 Euro – trotz eines weiteren trockenen Jahres und Schneebruchs im Januar. Aufgrund des Schneebruchs seien statt der geplanten 3200 insgesamt 5700 Festmeter eingeschlagen worden. Gemeinderat Schreiber kritisierte, dass darunter 500 Festmeter gesundes Holz waren. Andreas entgegnete, dieser Hieb sei bereits vor dem Schneebruch im Januar erfolgt.

Sprich und Andreas beantworteten zahlreiche weitere Fragen der Räte: Gelagertes Holz am Weg stammte laut Andreas aus den ursprünglich als Brennholz für die Gemeinde bereitgestellten Beständen, sei aber inzwischen verkauft. Zudem ist laut Sprich ein größeres „Pufferlager“, wie in anderen Gemeinden auch, für verkauftes, aber noch abzutransportierendes Holz eingerichtet worden; durch Trockenheit stark geschädigte Buchenwälder gibt es laut Sprich in Teilen Deutschlands. Die Buchen in hiesigen höheren Lagen seien gestresst, aber noch nicht flächendeckend geschädigt; Motocrossfahren abseits der Waldwege kann laut Sprich nur nach einer Anzeige geahndet werden. Braun sagte, bei der Verwaltung sei bisher keine Beschwerde eingegangen.

Bis auf die Gegenstimme von Gemeinderat Schreiber in allen Abstimmungen wurden alle Beschlüsse einhellig gefasst.

Für die Umstellung auf Doppik beschloss der Gemeinderat die vom Programm des Gemeindeverwaltungsverbands Donau-Heuberg vorgegebene Gliederung in sieben Teilhaushalte. Kämmerer Alexander Hofer vom Gemeindeverwaltungsverband ist mitten in der Umstellung. Bis 15. Februar soll für alle Gemeinden gebucht werden können.

Für die Sanierung von Straßenschäden gab der Gemeinderat vorab zum Gemeindehaushalt 2500 Euro frei. Der Fronmeister soll im Rahmen dieses Budgets nach dem Winter entscheiden, wo Reparaturen nötig sind.

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