Irndorf verdoppelt Pro-Kopf-Verschuldung

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Die rund 70 interessierten Zuhörer der Bürgerversammlung Irndorf gingen auf Abstand und ließen die vorderen Reihen in der Eichfe
Die rund 70 interessierten Zuhörer der Bürgerversammlung Irndorf gingen auf Abstand und ließen die vorderen Reihen in der Eichfelsenhalle frei. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Bei der Bürgerversammlung hat jetzt Irndorfs Bürgermeister Jürgen Frank eine Neuverschuldung der Gemeinde angekündigt und einen Ausblick auf die bevorstehenden Vorhaben gegeben.

Rund 70 Irndorfer begrüßte Frank in der Eichfelsenhalle zur traditionellen Bürgerversammlung. Alle Stühle in den vorderen Reihen blieben unbesetzt. In seinem Rückblick erinnerte er daran, dass die Gemeinde im Kindergarten das Tagesmutter-Modell eingeführt habe, das den berufstätigen Eltern ermöglicht, ihr Kind durchgängig von morgens bis abends im Kindergarten unterzubringen. Der neugegründete Förderverein für den Kindergarten habe bereits einige tausend Euro an Spenden eingebracht. Er appellierte an die Bürger, sich am Förderverein zu beteiligen und zu spenden. Aufgrund personeller Veränderungen ist derzeit eine Übergangserzieherin eingestellt, bis im Herbst die Lücke mit einer Anerkennungspraktikantin geschlossen werden soll.

Frank bekräftigte in Bezug auf den „sicheren Schulweg“, dass es die richtige Entscheidung des Gemeinderats gewesen sei, in ganz Irndorf eine Tempo-30-Zone einzuführen, außer bei der Hauptstraße.

Die Gemeindeverwaltung arbeite mit Engagement über dem Soll und befinde sich laut dem Bürgermeister „am Rande des Machbaren“.

Aller Voraussicht nach bekomme die Gemeinde von der Telekom in Bezug auf den Ausbau des Backbone-Netzes im Landkreis eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 100 Megabit im Download und bis zu 40 Megabit pro Sekunde im Upload.

Investiert werde dieses Jahr in die Straßenbeleuchtung, in dem 100 neue Beleuchtungskörper installiert werden.

Weniger erfreulich war sein Ausblick in die Finanzwelt der Gemeinde. „Wenn wir eine gute Entwicklung sowohl der Finanzen als auch des Gemeinwohls wollen, sind nach meiner Auffassung mehr Einwohner unabdingbar“, betonte Frank. Er spricht dabei die steigenden Anforderungen von Politik, Behörden und den Bürgern an, wie einen möglichen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für die Schüler, für die die Gemeinde „Geld in die Hand nehmen muss, um das dafür nötige Personal zu bezahlen“.

Die Gemeinde müsse laut Frank in diesem Jahr einen Kredit in Höhe von 670 000 Euro aufnehmen. Davon verschlingen allein eine halbe Millionen Euro die Kläranlage und die Regenwasserableitung. Die Gemeinde hatte zum Ende des vergangenen Jahres eine Verschuldung je Einwohner von 675 Euro. Mit der Neuverschuldung liege die Gemeinde bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1554 Euro, was mehr als einer Verdopplung entspricht. „Die Verschuldung ist meiner Meinung nach nicht besorgniserregend und nicht dramatisch. Wir liegen im Vergleich zu anderen Gemeinden im Landkreis im Mittelfeld“, sagte Jürgen Frank.

Der Bürgermeister möchte sich mit den Zukunftsprojekten Innenentwicklung Irndorf und Tourismus verstärkt befassen. Es gebe derzeit kein Konzept und keinen Anschluss für Irndorf ans Donautal. Der Tourismus bewege sich an der Gemeinde vorbei. Ebenso will sich Frank mit dem Areal der Schule und dem Rathaus intensiv befassen. Es soll ein Konzept entwickelt werden, das finanzierbar und machbar sei.

Der Bürgermeister versprach auf die Nachfrage eines Bürgers, wann die Beschallungsanlage auf dem Friedhof installiert werde, eine Umsetzung in absehbarer Zeit. Ebenso wurde angeregt, den Molkeplatz mit mehr Grünpflanzen zu versehen. Ein weiterer Bürger regte auf der Versammlung an, dass der Ortskern nicht aussterben dürfe und darum nicht nur neue Wohngebiete am Rande Irndorfs erschlossen werden sollten. Ebenso wurden die neuen Tempo-30-Zonen diskutiert.

Zum Abschluss wurde angekündigt, dass das diesjährige traditionelle Wettmähen in Irndorf am 2. und 3. Juni stattfindet.

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