Hedy Bauer ist naturverbunden. In den Wiesen und Wäldern rund um Schwenningen, Gnadenweiler und Irndorf tankt sie täglich ihren
Hedy Bauer ist naturverbunden. In den Wiesen und Wäldern rund um Schwenningen, Gnadenweiler und Irndorf tankt sie täglich ihren Akku auf. Das Bild entstand beim Grillplatz „An der Buche“. (Foto: W. Koch)
Wilfried Koch

Hedy Bauer, die über dreißig Jahre lang in Meßstetten gewohnt hat, lebt seit knapp vier Jahren im Alten Schulhaus in Schwenningen. Obgleich sie sich gerne im öffentlichen Leben einbringt und auch ansonsten recht umtriebig ist, steht für sie das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele stets im Mittelpunkt. Ein Portrait.

Das örtliche alte Schulhaus erfüllte ihre Vorstellung einer besonderen Atmosphäre zum Wohnen und Arbeiten. Durch ihre persönliche Umbruchsituation habe sie hier in Schwenningen einen Ort mit einer besonderen Ausstrahlung gefunden, teilt sie im Gespräch mit dieser Zeitung mit.

Zudem kommt: Hedy Bauer ist naturverbunden. Die reizvolle Umgebung von Schwenningen und dem Irndorfer Hardt spreche sie an, sagt die passionierte Naturfreundin. Fast täglich ist sie in den Wiesen und Wäldern rund um Schwenningen, Gnadenweiler und Irndorf unterwegs. Sich an ihrem neuen Wohnort wohlzufühlen – dazu trägt auch die Umgebung bei. „Hinzu kommt die Freundlichkeit der Dorfbevölkerung, die es mir erleichtert, Kontakte auf beruflicher und privater Ebene zu knüpfen“, meint sie.

Durch ihr Interesse am dörflichen Geschehen bringt sie sich gerne ein bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen und in Vereinen. Somit kann sie ihrem Lebensmotto „Bewegung und Gemeinschaft“ entsprechen.

Doch nicht nur in Schwenningen ist sie aktiv. Bei einer Bildungsreise 2017 durfte sie ihre Tätigkeit und ihr Wissen in Sibirien an viele Menschen weitergeben. Ebenso stützt sie sich durch ihre Arbeit auf das Wissen der heiligen Hildegard von Bingen. Hedy Bauer ist den Menschen zugewandt und hilfreich. Sie hat gerne ein offenes Ohr für die Themen. „Mit mir kann man schwätzen“, sagt sie.

Ihre berufliche Einstellung erläutert Hedy Bauer so: „Wir leben in einer spannenden Zeit. Da wird uns Menschen durch technischen Fortschritt so mancher mühsame Entwicklungsschritt erleichtert. Es scheint fast so, als ob wir nur noch auf Knöpfe drücken bräuchten und alles geht wie von selbst und dazu noch in einem rasanten Tempo. Alles fein, denken wir und machen die Rechnungen ohne unseren Körper. Haben wir es verlernt, mit ihm bewusst umzugehen?“ Der Griff zu schnellen Lösungen bei körperlichen Missständen werde zum Maß aller Dinge. Mit der Zeit stoßen die Leute jedoch auch damit an Grenzen und ebenso auf keine befriedigenden Lösungen. In Folge kann sich durch ein anhaltend hohes Stresspotential das menschliche Gleichgewicht Körper-Seele-Geist nicht in der Waage halten. „Wir fühlen uns erschöpft, sind antriebsarm, Schmerzen beherrschen immer mehr unseren Körper“, beschreibt sie.

In Zeiten wie diesen habe sie einen Weg gefunden, Menschen mit derartigen Beeinträchtigungen und Daueranspannungen am Bewegungsapparat zu helfen. Dabei wendet sie die so genannte Dorn-Methode an, eine manuelle Berührungsform. Diese erleichtere es dem Notleidenden, sich wieder freier und leichter bewegen zu können.

Neue Bewegungs- und Denkmuster

„In meiner nun fast 20-jährigen Tätigkeit unter dem Motto ,Bewegung im Mittelpunkt’ fand ich schnell heraus, dass Begleitung des Hilfesuchenden sehr wichtig ist“, sagt Hedy Bauer. Diese Begleitung werde von ihr in Form von Gesprächen über neue Bewegungsmuster, anderen Essgewohnheiten und neuen Denkmustern angeboten.

Dass der durch Schmerzen und Stress beladene Mensch bei einer ganz speziellen auf die Wirbelsäule angepassten Massage die restliche Anspannung verlieren kann, trage ebenso zur Freude an der neu gewonnenen Beweglichkeit bei. „Eben dieser Erfolg gibt mir die Zuversicht, mich weiterhin für eine stressfreie Bewegung und damit für die Gesundheit einzusetzen“.

Für die örtliche Dorfgemeinschaft im Strohparkdorf ist Hedy Bauer ein wirklicher Gewinn.

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