Hochwasserschutz statt Bauverboten

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 In den Hintschinger Schmittengraben soll ein sogenannter Bypass gelegt werden.
In den Hintschinger Schmittengraben soll ein sogenannter Bypass gelegt werden. (Foto: Franz Dreyer)
Jutta Freudig
Redakteurin

Die Gemeinde Immendingen schafft in ihrem Ortsteil Hintschingen mit einer Investition in Höhe von 683 000 Euro die Vorkehrungen dafür, dass eventuelles Hochwasser des Talbachs über den Schmittengraben in die Donau umgeleitet werden kann und damit die Ortslage geschützt ist. Aufgrund der vom Land Baden-Württemberg erwarteten, 70-prozentigen Förderung, beträgt der Eigenanteil der Gemeinde voraussichtlich noch 240 000 Euro.

Wesentlicher Anlass für das Projekt ist neben dem Hochwasserschutz auch das Verhindern von drohenden Bauverboten in Hintschingen. Der Ortschaftsrat Hintschingen hatte sich wie berichtet bereits vor der Beratung des Gemeinderats mit der Thematik befasst und einen entsprechenden Empfehlungsbeschluss gegeben.

Bürgermeister Markus Hugger erachtet Projekt als notwendig

Bei der Gemeinderatssitzung wurde die Maßnahme seitens des Planungsbüros BIT Ingenieure noch einmal im Detail vorgestellt. Bei der Einleitung von möglichem Hochwasser in den Schmittengraben handelt es sich um einen so genannten "Bypass", der wesentlich günstiger realisiert werden kann als ein Hochwasserrückhaltebecken.

Am Talgraben wird dafür eine Art Wehr mit Flügeldämmen errichtet, über welches das Wasser in einen geschlossenen Kanal eingeleitet wird. Dieser führt über den Schmittengraben an Hintschingen vorbei und leitet das Wasser in die Donau.

„Die Gemeinde ist nicht verpflichtet, diese Maßnahme zu realisieren“, betonte Bürgermeister Markus Hugger in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Es werde daher auch immer wieder gefragt, ob das Projekt überhaupt notwendig sei. „Ich sage: ja, es ist notwendig“, so Hugger weiter.

Vorhandene Gebäude dürften nicht baulich verändert werden

„Da ist zum einen das Hochwasserproblem, zum anderen das Bauverbot, das ansonsten im gesamten Hintschinger Ortskern herrschen würde“, erläutert er. Vorhandene Gebäude hätten zwar Bestandsschutz, dürften aber in keiner Weise baulich verändert werden. Und neue Bauflächen stünden dann in Hintschingen kaum noch zur Verfügung.

Auf Anfrage von Gemeinderat Gerhard Walter wurde erklärt, dass eine landwirtschaftliche Nutzung links und rechts der neu angelegten Bebauung am Schmittengraben weiterhin möglich sei. Zimmerns Ortsvorsteher Günter Heizmann hielt den Bau des geplanten Bypasses ebenfalls für sinnvoll: „Wenn wir das nicht machen, ist die gesamte bauliche Entwicklung von Hintschingen gestoppt.“

Gemeinderat Christoph Baumann erkundigte sich nach Details zur Förderung, woraufhin erläutert wurde, dass die Planung nicht zuschussfähig sei. Der Gemeinderat befürwortete das Projekt einstimmig.

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