Geisingen hat eine Wasserstoff-Tankstelle

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Großer Bahnhof für eine neue Zapfsäule: Landrat Stefan Bär (vorne an der Zapfpistole) probiert das Tanken mit Wasserstoff, Hilfe
Großer Bahnhof für eine neue Zapfsäule: Landrat Stefan Bär (vorne an der Zapfpistole) probiert das Tanken mit Wasserstoff, Hilfestellung leistet Rosario Berretta von Daimler. Unter den Zuschauern Lothar Ulsamer von Daimler (hinten, Dritter von links) (Foto: Paul Haug)
Schwäbische Zeitung
Katja Mielcarek
Redakteurin

An der Shelltankstelle an der Autobahn in Geisingen kann seit Mittwoch neben Super, Diesel und Autogas auch Wasserstoff getankt werden. Sie ist damit eine von 25 Tankstellen in Deutschland (davon neun in Baden-Württemberg), bei denen das möglich ist. Für den Standort Geisingen hat sich Shell entschieden, weil er an der Verbindungsstrecke von Stuttgart in Richtung Schweiz und Österreich liegt und wegen der Nähe zum zukünftigen Prüf- und Technologiezentrum von Daimler in Immendingen.

Noch gibt es in Deutschland nur wenige Autos mit einer Brennstoffzelle. Rund 250 sollen es sein, dazu 20 Busse. Dem gegenüber stehen 25 Wasserstofftankstellen. Im kommenden Jahr sollen 35 weitere Tankstellen dazu kommen, bis 2018 nochmal 100 und 2023 sollen es 400 sein – unabhängig davon, wie viele Fahrzeuge mit Brennstoffzelle es bis dahin in Deutschland gibt. Unter dem Namen H₂ Mobility haben sich sechs Unternehmen zusammengeschlossen – darunter Daimler und Shell –, um das Netz von Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland aufzubauen.

Frage nach Henne und Ei

„Es ist die klassische Henne-Ei-Frage“, sagt Sybille Riepe, Pressesprecherin von H₂ Mobility, „was war zuerst da?“ Die Unternehmen gingen jetzt in Vorleistung – auch dank einer kräfigen Förderung durch das Bundesverkehrsministerium –, dann seien die Autobauer gefragt, attraktive Autos auf den Markt zu bringen und die Nachfrage danach anzukurbeln, so Riepe.

Zum Erreichen der Klimaziele müsse auch der Ausstoß von Kohlendioxid im Straßenverkehr gesenkt werden, sagte Axel Pommeränke, Pressesprecher von Shell. Dabei spielten neben den Elektroautos Fahrzeuge, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, eine ganz wesentliche Rolle.

In Geisingen können die Betreiber um Pächterin Bettina Kunz mit einem stabilen Kundenstamm aus Immendingen rechnen. Auf der Daimler-Teststrecke werden viele Brennstoffzellen-Fahrzeuge unterwegs sein, die in Geisingen aufgetankt werden sollen, wie Lothar Ulsamer, bei Daimler unter anderem für das Prüf- und Technologiezentrum zuständig, bestätigt. Rund 100 Tankladungen haben Platz in dem gut 18 Meter hohen Hochtank, der etwas abseits von den Zapfsäulen steht. Insgesamt hat die Einrichtung der Wasserstofftankstelle in Geisingen rund eine Million Euro gekostet, 750000 Euro steuerte das Bundesverkehrsministerium bei.

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