Die Krux mit der Donau: Versinkung oder Versickerung?

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Ein Paar an einer Versinkungsstelle des Naturphänomens Donauversickerung.
Ein Paar an einer Versinkungsstelle des Naturphänomens Donauversickerung. (Foto: Patrick Seeger)

Das Naturphänomen Donauversickerung soll gemeinschaftlich besser vermarktet werden, unter dem Dach von Donaubergland Tourismus und mit Beteiligung der Kommunen Immendingen, Tuttlingen mit Möhringen und Fridingen (wir berichteten). Redakteurin Ingeborg Wagner sprach mit Immendingens Bürgermeister Markus Hugger über diese Pläne und die Namensgebung. Denn in Immendingen heißt die Donauversickerung traditionell Donauversinkung.

Herr Hugger, was halten Sie von der Idee, mit einer einheitlichen Beschilderung, einer App und Info-Points die Donauversickerung zu bewerben?

Ich finde das weltklasse, dass wir das nun gemeinsam als Partner auf den Weg bringen und an einem Strang ziehen wollen. Das Naturphänomen hat eine einzigartige Strahlkraft, die sicherlich Potenzial bietet, touristisch und kommerziell.

Ein Problem der Vermarktung war bislang der Name. Immendingen spricht von Donauversinkung, in anderen Kommunen heißt es Donauversickerung. Nun soll die gemeinsame Marke „Naturphänomen Donauversickerung“ heißen. Ist das aus Immendinger Sicht ein Nachteil?

Es ist wichtig, dass wir uns darauf verständigen, wie wir die Marke nach außen vertreten. Das geschieht mit dem Namen Naturphänomen Donauversickerung. Doch Immendingen hat bislang in allen Bereichen, von der Ortswillkommenstafel über den Briefkopf und auf der Homepage, mit dem Zusatznamen Donauversinkung geworben. Das nun zu ändern, wäre mit erheblichen Kosten verbunden und zudem zu kurz gedacht. Denn wer Immendingen googelt, stößt dabei immer auf den Namen Donauversinkung.

Wie wollen Sie diesen gordischen Knoten lösen?

Indem wir das große Ganze betrachtet haben. Im Abschnitt zwischen Immendingen und Fridingen versickert der Fluss in einigen Versinkungsstellen, und die größte Versinkungsstelle liegt in Immendingen an der Ziegelei. Das heißt, wir tragen nach außen den Namen Naturphänomen Donauversickerung mit, können aber auf den Schildern die Bezeichnung Versinkung belassen. Auch in Möhringen, Tuttlingen und Fridingen werden die einzelnen Schlucklöcher Versinkungen heißen.

Wie erklären Sie diesen Namenswirrwarr vor allem ausländischen Gästen?

Ganz einfach: Das große Band heißt Versickerung, die Löcher sind die Versinkungsstellen. Es hat ja auch einen gewissen Charme, dieses fast schon historische Geplänkel um den Namen.

In Tuttlingen war das Gesamtkonzept diese Woche Thema. Wann stimmt der Immendinger Gemeinderat darüber ab?

Das ist in der Sitzung am Montag, 23. Juli, der Fall. Ich gehe davon aus, dass die ersten zwei Stufen des Konzepts auch durchgehen.

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