Der Bedarf an Schulsozialarbeit wächst zunehmend

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 Schulsozialarbeiterin Ann Katrin Schilling und Jugendreferent Wolfgang Weber.
Schulsozialarbeiterin Ann Katrin Schilling und Jugendreferent Wolfgang Weber. (Foto: Jutta Freudig)

Der Schulsozialarbeit und der Jugendarbeit im Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbands Immendingen/Geisingen kommt in den vergangenen Jahren immer mehr Bedeutung zu.

Das ging aus den Jahresberichten hervor, die Schulsozialarbeiterin Ann Katrin Schilling und Jugendreferent Wolfgang Weber am Mittwochabend der Verbandsversammlung vorlegten. Schilling beriet im Schuljahr 2017/18 rund 255 Kinder und Jugendliche aus beiden Orten in Einzelfallgesprächen, kümmerte sich um die Arbeit mit einzelnen Klassen und leistete Präventions- und Projektarbeit. Weber ist in der Jugendarbeit für insgesamt 1075 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren im Verbandsgebiet zuständig. 85 junge Leute erhielten von ihm 2018 direkte Unterstützung.

In der Einzelfallberatung kümmerte sich Schulsozialarbeiterin Schilling um 222 Schüler der Immendinger Schulen sowie um 33 der Grund- und Werkrealschule Geisingen und der Grundschulen Kirchen-Hausen und Leipferdingen. Wesentliche Beratungsthemen waren Ausgrenzung und Mobbing, aggressives Verhalten bis hin zu Schlägereien, Schul- und Prüfungsangst, Schwänzen, Vernachlässigung durch Eltern, Rauchen, Alkohol und Drogen, Medienkonsum und Suizidverhalten. Mit Ausnahme der Werkrealschule Geisingen hat die Beratungstätigkeit an allen anderen Schulen in den vergangenen sechs Jahren zugenommen.

Schlägereien, Drogen, Alkohol

Weitere Bereiche der Schulsozialarbeit waren das soziale Kompetenztraining, die soziale Gruppenarbeit für Schüler, die auffälliges Verhalten zeigen oder ein gemindertes Selbstwertgefühl haben, die Projektarbeit wie etwa eine Einführungswoche für Werkrealschüler in Immendingen oder Projekte wie "Schüler helfen Schülern" oder "Schritte gegen Tritte" (Antirasssismus- und Gewaltpräventionsprojekt), Streitschlichter an Grundschulen, Prävention gegen Aids und Drogen, Klassenbegleitung, Übergang Schule und Beruf und das Ferienprogramm.

Den Bericht des erkrankten Jugendreferenten Wolfgang Weber erstattete ebenfalls Ann Katrin Schilling. Weber hat 2018 85 Jugendliche entweder unterstützt, in Jugendclubs betreut oder stand mit ihnen über aufsuchende Jugendarbeit oder Projektarbeit in Kontakt. 20 Jugendlichen half er in beratenden Einzelfallgesprächen, die Problematiken wie Elternhaus, Ausbildungsplatzsuche, Suchtmittelmissbrauch, Schule, Finanzen oder Justiz beinhalteten, 30 Jugendliche kontaktierte er über Streetwork. Viele Aktionen von Kochen über ein Camp auf dem Klippeneck bis zu Spiele- und Filmabenden, Boule oder Fußball wurden von den Jugendlichen gut angenommen. Besonders erfolgreich ist die Schülerlounge in Immendingen.

Die 2018 in Geisingen begonnene Jugendbeteiligung über eine Befragung und ein Forum soll 2019 auch in Immendingen erfolgen. Weiter werden für den Jugendclub Immendingen wieder neue Verantwortliche gesucht.

Die Teilnehmer der Verbandsversammlung beschäftigte vor allem die Frage, inwieweit unterschiedliche Drogen auch in ländlichen Gebieten verbreitet sind. Ann Katrin Schilling bestätigte, dass es durchaus Drogenprobleme gebe und man in der Jugendarbeit dagegen aktiv sei. Was die offenen Jugendclubs angeht, wurde vorgeschlagen, hinsichtlich Rauchen und Shishakonsum einheitliche Satzungen zu erarbeiten.

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