Bau liegt voll im Zeitplan

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Loben am Dienstag die Zusammenarbeit für den Bau des Daimler-Standorts auf dem ehemaligen Gelände der Oberfeldwebel-Schreiber-K
Loben am Dienstag die Zusammenarbeit für den Bau des Daimler-Standorts auf dem ehemaligen Gelände der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne: Landrat Stefan Bär (von links), Bürgermeister Markus Hugger, Projektleiterin Caroline Anstett, Senior Expert Lothar Ulsamer bei Daimler und Standortleiter Reiner Imdahl. (Foto: Sisc)
Crossmedialer Volontär

Der Bau des Prüf- und Technologiezentrum des Automobilkonzerns Daimler in Immendingen liegt voll im Zeitplan. Das haben die Verantwortlichen am Dienstag in Immendingen erklärt. Rund 150 Mitarbeiter haben inzwischen schon einen Vertrag für den neuen Daimler-Standort.

Bis zur Eröffnungsfeier am 19. September soll das Gros aller Testmodule fertig sei, sagte Standortleiter Reiner Imdahl. Es gebe dann jedoch einen kleinen Nachlauf bis Mitte 2019 für Module, deren Flächen erst im vergangenen Jahr dazugekauft worden seien. Auch seien neue, ergänzende Maßnahmen geplant und weitere Module in Auftrag gegeben worden.

Die Zusammenarbeit zwischen Daimler, der Gemeinde Immendingen und dem Tuttlinger Landratsamt sei von einer „extremen Offenheit“ geprägt gewesen, sagte Projektleiterin Caroline Anstett. „Wir stehen kurz vor der Eröffnung und sind voll im Zeitplan“, sagte sie. Auch die Mitarbeiterzahlen würden stimmen, der eine oder andere wohne schon in Immendingen und Umgebung.

„Optimales Prüffeld“

Imdahl erklärte, auf dem Prüfzentrum werde an der Optimierung des Verbennungsmotors, aber auch am Elektromotor, Assistenzsystemen und dem autonomen Fahren gearbeitet. „Immendingen bietet dafür ein optimales Prüffeld.“

Lothar Ulsamer, Senior Expert von Daimler, erklärte, am Anfang sei die Skepsis über das Projekt überall groß gewesen, auch im eigenen Haus. In Immendingen habe man jedoch schnell und rechtssicher die notwendigen Genehmigungen erhalten. Dabei sei das Unternehmen früh mit Natur- und Umweltschutzverbänden in Kontakt getreten. Die Zusammenarbeit sei konstruktiv-kritisch gewesen: „Wir haben versucht, unseren Eingriff, der groß ist, durch Maßnahmen in der Natur auszugleichen.“ Beim Bau des Zentrums habe Daimler auf Transparenz und einen offenen Dialog gesetzt. Ulsamer dankte den Naturschutzverbänden, die dennoch „die eine oder andere Kröte schlucken mussten.“

Kritik von Naturschützern, dass zu viele der Ausgleichsmaßnahmen innerhalb der Anlage lägen und diese auch noch von den Prüfmodulen zerschnitten würden (wir berichteten), wies Ulsamer zurück. Er verstehe zwar die Kritik an dem großen Eingriff in die Natur. Bei Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des Daimler-Standorts würden aber eben andernorts Flächen entzogen. Auch seien die Flächen innerhalb des Zentrums teilweise zehn oder 20 Hektar groß: „Die Flächen sind nicht so, wie teilweise dargestellt. Das sind gigantische Flächen.“ Aber auch außerhalb des Technologiezentrums habe man etwa 30 Hektar Wald aufgeforstet.

Viele Verahren abgewickelt

Landrat Stefan Bär betonte, das Landratsamt habe in vier Jahren 78 Baugenehmigungsverfahren abgewickelt. Diese Zahl sei vergleichbar mit der Anzahl der Verfahren kleinerer Gemeinden. „Baurechtlich gesehen ist Daimler die 36. Gemeinde im Landkreis“, meinte er.

Auch Immendingens Bürgermeister Markus Hugger gab mit Blick auf den Umfang des Projektes zu: „Hätten wir nur im Jahr 2011 abschätzen können, wie viele Aufgaben und Hürden dafür zu lösen sind, wären wir vielleicht nicht ganz so keck in dieses Abenteuer gestartet“. Dennoch: „Ich glaube, dass das sicherlich ein weiterer großer Entwicklungsschritt für die Gemeinde ist.“

Der Abzug der Bundeswehr sei für die Gemeinde ein „Schock“ gewesen. Doch die Bürger seien bereit gewesen, den Sprung zu wagen und sich zur Wirtschaftsgemeinde entwickeln zu wollen. Dass das geklappt habe, zeige etwa, dass die Gemeinde derzeit keine neuen Bauplätze habe und auch freie Gewerbeflächen weniger würden. Auch die Steuereinnahmen hätten sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren positiv entwickelt.

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