Alexandra Vecic qualifiziert sich für Grand-Slam-Turniere

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 Die Siegerin von von Villena (Spanien) mit Turnierdirektor Juan Carlos Ferrero, der früheren Nummer eins der Weltrangliste.
Die Siegerin von von Villena (Spanien) mit Turnierdirektor Juan Carlos Ferrero, der früheren Nummer eins der Weltrangliste. (Foto: privat)
Sportredakteur

Die Tennisspielerin Alexandra Vecic hat einen weiteren großen Sprung in ihrer Karriere gemacht. Die 17-jährige Immendingerin gewann in Spanien ein internationales Juniorinnenturnier der Kategorie eins. In der Weltrangliste verbesserte sie sich auf Position 66. Damit hat sie zumindest einen Platz im Qualifikationsfeld der Grand-Slam-Turniere sicher.

„Sie hat hohes deutsches Niveau erreicht“, freute sich ihr Vater Srdjan nach den Erfolgen bei drei Turnieren in Spanien. Nach Erfolgen im Jahr 2018, unter anderem dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und dem Sieg eines ITF-Turniers in Renningen (wir berichteten), rückte Alexandra Vecic von der Position 1500 in der Weltrangliste kontinuierlich nach vorne. Vor dem ersten von drei Turnieren in Spanien lag sie auf Position 205.

In Vinaros (Turnier der zweiten Kategrie), einem der ersten Freiluftturniere in diesem Jahr auf Sand, kam Vecic in Runde eins zu einem leichten Sieg mit 6:0 und 6:0. In der nächsten Runde wartete mit Hibah Shaikh eine starke Gegnerin auf sie. Die gebürtige Inderin, die in den USA lebt und für Amerika spielt, verlangte der Immendingerin alles ab. Doch nach vier Stunden setzte sich Vecic 6:2, 4:6 und 7:5 durch. Im Viertelfinale musste sie sich aber der Italienerin Melania Delai 6:2, 1:6 und 1:6 geschlagen geben. Mit dem Erreichen des Viertelfinale verbesserte sich Vecic auf die Position 191.

In der Woche darauf folgte in Benicarlo ein weiteres Turnier der Kategorie zwei. Alexandra Vecic schaltete in den ersten beiden Runden die starke Italienerin Matilde Mariani (6:2, 7:6) und die Spanierin Marta Falceto Font (6:3, 7:5) jeweils in zwei Sätzen aus. Im Viertelfinale musste auch die auf Position 45 gelistete Francesca Curmi aus Malta die Überlengenheit von Vecic anerkennen. Die Immendingerin zog duch einen weiteren Zwei-Satz-Sieg (6:4, 7:6) ins Halbfinale ein. Hier war erneut die Italienerin Melania Delai Endstation. Vecic gewann den ersten Satz 6:3, verlor dann aber 1:6 und 2:6. Delai gewann anschließend das Endspiel gegen Amami Banks aus Großbritannien 6:2 und 6:0. Vecic rückte in der Weltrangliste weiter auf Position 164 vor.

Knapp ins Hauptfeld gerutscht

Der ganz große Erfolg stellte sich im dritten aufeinanderfolgenden Turnier ein. Obwohl Alexandra Vecic nur als vorletzte Spielerin in das Hauptfeld des Turniers der Kategorie eins in Villena gerutscht war, errang sie den Sieg. Turnierdirektor war Juan Carlos Ferrero, der im Jahr 2003 einige Wochen die Weltrangliste bei den Herren angeführt hat und von Juli 2017 bis März 2018 Trainer des deutschen Tennisstars Alexander Zverev war.

In der ersten Runde setzte sich Vecic gegen Elizaveta Dementyeva aus Russland 6:3 und 6:4 durch. Es folgte ein spannendes Match gegen die an Position 25 stehende Marta Custic aus Spanien. die 17-Jährige aus Immendingen behielt mit 6:4, 3:6 und 7:5 die Oberhand. Gegen die italienische Nationalspielerin Martina Biagianti gab es einen Zwei-Satz-Sieg (6:2, 6:2). Im Viertelfinale wartete mit Ana Luiza Cruz eine starke Spielerin auf das deutsche Nachwuchstalent. Die Brasilianerin war kurz zuvor südamerikanische Meisterin geworden. Doch Vecic ließ sich nicht aufhalten und zog mit einem eindeutigen Sieg (6:1, 6:2) ins Halbfinale und anschließend mit einem weiteren Sieg nach zwei Sätzen gegen die Ukrainerin Liubov Kostenko (6:4, 6:2) ins Endspiel ein.

Im Finale traf Vecic auf Carol Monnet. Die Französin hatte in der dritten Runde überraschend die Nummer eins des Turniers, Adrienn Nagy aus Ungarn, ausgeschaltet. Die Deutsche fand gut ins Spiel und entschied den ersten Saz 6:1 zu ihren Gunsten. Auch im zweiten Satz lag sie schnell 3:0 vorne. Doch nach einer Regenpause hatte sie einige Schwierigkeiten und Monnet glich zum 3:3 aus. Doch Alexandra Vecic fing sich wieder und sicherte sich mit 6:4 den Sieg. Mit diesem Erfolg kletterte sie in der Weltrangliste um 98 Positionen auf Rang 66. „Sie musste bei diesem Turnier den schwerstmöglichen Weg gehen und hat ihn gemeistert“, sagte Vater Srdjan.

Starts in Paris und Wimbledon

Mit diesem Erfolg und dieser Weltranglisten-Position hat sich die Planung für Alexandra Vecic für den weiteren Verlauf des Jahres 2019 stark verändert. Sie hat nun die Berechtigung, an den Grand-Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon, New York und Melbourne teilzunehmen. Einen Platz im Hauptfeld hat sie bei den Turnieren der Kategorie A in Mexiko, Tokio, Mailand und Miami sicher.

„Die nächsten Höhepunkte sind natürlich das Turnier in Paris Anfang Juni und dann in Wimbledon Anfang Juli“, sagt Srdjan Vecic. Außerdem nimmt Alexandra Vecic Ende Juli an der Einzel-Europameisterschaft in der Schweiz teil. Jede Nation darf zu dieser EM nur zwei Spielerinnen melden.

Alexandra Vecic hat nun das Ziel, ihre Leistung auf diesem Niveau zu stabilisieren. Wenn ihr das gelingt, will sie die nächste Stufe erklimmen und mögliche Rückschläge wegstecken.

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