„Wandern ist Balsam für die Seele“

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Vier Mitglieder der Ortsgruppe Gosheim im Schwäbischen Albverein lassen sich zurzeit zu zertifizierten Wanderführern ausbilden (Foto: Gisela Spreng)

19 begeisterte Wanderer sind gerade dabei, sich zu Wanderführern ausbilden zu lassen. Dafür nehmen sie es auf sich, fünf Wochenenden für einen Lehrgang zu opfern, den die Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg – das ist die Bildungseinrichtung der beiden größten Wandervereine Schwäbischer Albverein und Schwarzwaldverein – von Februar bis Mai anbietet.

Als Organisatoren fungieren Manfred Weber, der erste Vorsitzende der Albvereins-Ortsgruppe Gosheim, Karin Kunz vom Dachverband in Stuttgart und Walter Völmle, der gleichzeitig als Referent mitwirkt.

Beim Grundlehrgang in der „Krone“ in Gosheim haben sich die Referenten Völmle, Heike Krieg sowie Richard Weidner und die Teilnehmer ein bisschen beschnuppert und vorgestellt. Vier Teilnehmer gehören zur Gosheimer Ortsgruppe, einer zur OG Wehingen, zwei zur OG Reichenbach, zwei zur OG Frittlingen. Die übrigen kommen aus der Region Rottweil-Tuttlingen-Schwäbische Alb. Aber auch zwei „Exoten“ aus den Kreisen Böblingen und Ludwigsburg wollen sich das nötige Rüstzeug aneignen.

Neue Ideen

Die meisten Teilnehmer versprechen sich von dieser Wanderführerausbildung neue Ideen fürs Wandern, vor allem für Gruppen mit Senioren und/oder Kindern. Manche hoffen auf Informationen über rechtliche Dinge, andere wollen im Kartenlesen und in der Tourenplanung besser werden.

Die Ausbildung greift das Hauptanliegen der Wanderverbände auf, Menschen fürs Wandern zu begeistern und sie an die landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten ihrer Heimat heranzuführen. Deshalb sollen die Wanderführer lernen, den Mitwanderern die Augen zu öffnen für die Schönheiten der Natur und die Kulturschätze des Landes.

Informationen über die Heimat

Auch Informationen über Heimatgeschichte und die Entwicklung unserer Kulturlandschaft sollen die Landschaft erlebbar machen. Darüber, was Wandern für sie bedeutet, sind sich alle Teilnehmer einig: Gesundheit durch Bewegung in freier Natur, Kontakt und Spaß mit Gleichgesinnten, Befreiung vom Alltag im Entschleunigen und Baumelnlassen der Seele. Referentin Heike Krieg aus Markgröningen drückt es so aus: „Wandern ist Balsam für die Seele.“

Nach fünf Wochenenden mit 80 Unterrichtseinheiten nach dem Rahmenplan des Deutschen Wanderverbands schließt der Lehrgang mit dem BANU-Zertifikat (BANU = Bundesweiter Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz).

Die Teilnehmer dürfen sich dann „Zertifizierter Natur- und Landschaftsführer für die Schwäbische Alb“ nennen. Mitglieder des Deutschen Wanderverbands erhalten zusätzlich das Wanderführer-Zertifikat des Deutschen Wanderverbands, das in Baden-Württemberg durch das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport staatlich anerkannt ist.

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