Die Waldschäden dieses Winters beschäftigen auch die Forstbetriebsgemeinschaft Böttingen-Mahlstetten.
Die Waldschäden dieses Winters beschäftigen auch die Forstbetriebsgemeinschaft Böttingen-Mahlstetten. (Foto: Roland Weihrauch)
Schwäbische Zeitung

Auffallend viele Mitglieder sind zur Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Böttingen-Mahlstetten gekommen – und das hatte einen Grund: Die derzeitige Situation nach den verheerenden Schäden in den Wäldern Anfang des Jahres beschäftigt viele Mitglieder.

Benedikt Buggle, Böttinger Bürgermeister und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft, sagte, dass die zurückliegenden Monate vor allem vom dürren Sommer 2018 geprägt waren. Dadurch habe sich der Borkenkäfer weiter vermehrt, was negative Auswirkungen auf den Holzmarkt hatte. „Die Preise sind enorm gesunken“, sagte Buggle. Der viele und schwere Schnee Anfang des Jahres sowie die starken Winde hätten überaus große Schäden in den Wäldern angerichtet, die es nun aufzuarbeiten gelte.

„Hohe Summen mussten wir bereits für das Aufmachen der Waldwege ausgeben“, sagte Buggle mit Blick auf die Finanzlage. Nur so sei es den Waldbesitzern überhaupt erst möglich, in die eigenen Wälder zu gelangen. Die Betriebsgemeinschaft erwartet jedoch Gebühreneinnahmen aus den anstehenden Holzverkäufen, sodass sich das Minus in der Kasse relativiert.

Im vergangenen Jahr hat der Verein elf neue Mitglieder gewonnen und zählt jetzt 188 Mitglieder, wie Benedikt Buggle mitteilte.

Auch Revierleiter Torsten Weis legte den Schwerpunkt seines Berichts auf die derzeitige Situation im Wald. „Seit Mitte Januar konnten 15 bis 20 Prozent der Schäden im Wald aufgearbeitet werden“, schätzte Weis. Auf dem gesamten Heuberg würden in den nächsten Wochen bis zu elf Vollernter gleichzeitig arbeiten. Insgesamt seien rund 1500 Waldbesitzer mit 6000 Parzellen betroffen. Mit dem Hinweis, dass Eigentümer dem Forstamt Rückmeldung geben sollen, ob die Aufarbeitung durch die Forstleute oder selbständig ausgeführt wird, beendete der Revierleiter seinen Bericht.

Zum Abschluss stellte der Leiter der Holzverkaufsstelle, Thomas Storz, den aktuellen Holzmarkt dar. Der Bericht fiel ernüchternd aus: Die Marktlage sei schlecht. Schuld sei das viele Käferholz, das im Sommer 2018 den Holzmarkt „überschwemmte“. Seither werde vom Forstamt geraten, kein Frischholz zu sägen. „Die Mengen und Preise für das Schadholz – geschätzt rund 60 000 Festmeter – konnten wir vertraglich fixieren“, sagte Storz. „Leider beherrschen wenige Großsägewerke den Holzmarkt.“ Da es im Landkreis Tuttlingen und der näheren Umgebung keine größeren Sägewerke gebe, müsse man mit den Kunden des weiteren Umkreises vorlieb nehmen. Man könne leider nur geringfügig Einfluss auf deren Geschäftsgebaren nehmen. Dies sei vor allem auch der Grund, warum einige Polter aus dem Vorjahr bis heute noch nicht abgeholt seien.

Abschließend informierte Thomas Storz über den Stand der Forstneuorganisation im Landkreis Tuttlingen, die aufgrund des Kartellverfahrens notwendig sei. Mit einer Ausnahme hätten sich alle seither durch den Landkreis betreuten Gemeinden einer Kreislösung angeschlossen. So steigen die Kosten nicht erheblich.

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