Treff holt alte Burg auf Oberhohenberg in Gegenwart

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Die Stahlplattform ist über dem Fundament eins achteckigen Turms errichtet.
Die Stahlplattform ist über dem Fundament eins achteckigen Turms errichtet. (Foto: Hermann Geiselmann)
Schwäbische Zeitung
Hermann Geiselmann

Am kommenden Wochenende, am 24. und 25. Mai, wird der „Erlebnistreff Oberhohenberg“ offiziell eingeweiht. Der Erlebnistreff macht Teile der ehemaligen Burg Oberhohenberg wieder erlebbar. Der Erlebnistreff wurde im Rahmen des Förderprojekts „Leader“ geschaffen. Die Eröffnungsfeier beginnt am Samstag, 24. Mai, um 14 Uhr bei der Albvereinshütte.

Das Projekt verfolgt drei wesentliche Ziele: Erlebniswert schaffen, Naherholung stärken und Geschichte erlebbar machen. Die Eröffnungsfeier umrahmt der Musikverein Schörzingen. Es folgen die Begrüßung durch Schörzingens Ortsvorsteher Josef Rissler, ein Grußwort von Landrat Günther-Martin Pauli (Zollernalbkreis), eine Vorstellung des Projekts und die Segnung durch Pfarrer Johannes Holdt. Es schließt sich eine geführte Wanderung über den Burgweg an.

Am Sonntag, 25. Mai, beginnt um 10 Uhr der Familientag bei der Albvereinshütte mit der Tanzgruppe des Albvereins. Es gibt zudem eine geführte Wanderung über den Burgweg, Kinderschminken, Kindermalen und einen Verkauf von Schwertern und Schilden.

Seit einigen Jahren ist das Mittelalter wieder verstärkt in den Blickpunkt gerückt. Die ehemalige Burg Oberhohenberg mit den dort residierenden Grafen gilt als Juwel mittelalterlicher Geschichte. Die Grafen von Hohenberg waren im 13. Jahrhundert das mächtigste Grafengeschlecht im Südwesten Deutschlands. So entstand auch das Buch des Deilinger Autors Julius Marquart nach intensiven Forschungen mit dem Titel „Die Hohenberger, Schicksal einer Grafschaft“. Gertrud von Hohenberg heiratete König Rudolf und wurde so zur Stammmutter der Habsburger. Verschiedene Hohenberger Grafen waren als Heerführer und Diplomaten in der Reichspolitik aktiv. Die Geschichte der Hohenberger wird nun auf dem Gelände der Burg auf großen Tafeln aufgezeigt.

Archäologische Anleitung

Der teilweise unter archäologischer Begleitung freigelegte Achteckturm, einzigartig im deutschen Burgenbau, kam in Anlehnung an das Castell Monte des Kaisers Friedrich II. in Apulien zustande. Über den Fundamenten des Turms wurde eine Stahlplattform errichtet. Ursprünglich waren zwei Hängebrücken geplant, aber aus Kostengründen wurde nur eine verwirklicht, ebenfalls als Stahlkonstruktion. Dies entspricht zwar nicht dem Original, ist aber haltbarer. Ihr eigentlicher Zweck ist die Nachbildung des Zugangs zur Burg. Der Burgweg führt mit einer Länge von ungefähr 1,9 Kilometern zu mehreren Stationen. Dies sind der Maierhof bei der jetzigen Schutzhütte, das Städtchen Hohenberg, die Burganlage mit Wallgraben und Vorburgen, der Achteckturm, die Nikolauskapelle, heute durch ein großes Holzkreuz gekennzeichnet, und das Schafhaus südöstlich der Schutzhütte.

Bei der Schutzhütte, die vom Albverein Schörzingen mit einer Überdachung für Wanderer erweitert wurde, befindet sich der neu gestaltete Kinderspielplatz als Burg. Diese besitzt wiederum als Anlehnung an die Burg einen achteckigen Turm, das Wappen der Hohenberger und eine Hängebrücke. Große Steinquader symbolisieren die mächtige Schildmauer.

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