Seidelbast erfreut Auge und Nase

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Eine Vollbremsung mitten im Rennen: So ähnlich dürften sich die zahlreichen Absagen, Arbeits- und Veranstaltungsausfälle für viele Bewohner auf dem Heuberg anfühlen. Betriebe stellen auf Kurzarbeit um, Schulen und Kindergärten schließen, und vom Konzert bis zum Kabarett und vom Seniorennachmittag bis zum Gottesdienst werden fast alle Veranstaltungen abgesagt. Neben der Angst um Gesundheit und wirtschaftliche Auswirkungen bergen die kommenden Wochen aber noch eine ganz andere Gefahr: Vereinsamung, Isolation, Langeweile und vielleicht sogar Leere im Alltag. Was mit so viel Zeit anfangen, wenn es doch keinerlei Zerstreuung gibt? Hierzu ein Vorschlag: Gehen Sie doch mal ganz bewusst in die Natur hinaus und halten Sie nach den kleinen, unauffälligen Dingen Ausschau. Denn noch mag es da noch ziemlich winterlich aussehen. Aber die ersten Frühlingsboten sind schon da. Genau richtig, um das aufgewühlte Gemüt zu beruhigen und die Stimmung aufzuhellen.

Manchmal lohnt es sich, ins Unterholz zu kraxeln. Denn den Seidelbast sieht man wegen seiner leuchtend rosafarbenen Blüten zwar schon vom Weg aus. Aber um ihn richtig zu genießen, darf man sich nicht aufs Sehen beschränken. Schnuppern lautet hier die Devise, denn auf dem Heuberg ist die besonders geschützte Gehölzpflanze gar nicht so selten. Sie werden überrascht feststellen: Der Seidelbast duftet sehr intensiv – und das hat seine Gründe: Lockt er damit doch besonders die langrüsseligen Tagfalter an, die so früh im Jahr schon unterwegs sind. Etwa Zitronenfalter oder Tagpfauenauge.

Vielleicht erkennen Sie die Douglasie nicht auf den ersten Blick. Denn dieser aus Nordamerika stammende und hier angepflanzte Nadelbaum sieht auf den ersten Blick der Fichte ähnlich. Die jungen Stämme können Sie jedoch problemlos identifizieren: An den Harzbeulen auf der ansonsten noch glatten Rinde, die erst im Alter zur dicken, rissigen Borke wird. Es lohnt sich, eine dieser Harzbeulen einmal aufzupieksen – am besten mit einem kleinen Zweig, um keine klebrigen Finger zu bekommen. Wer jetzt den typischen Nadelbaumgeruch erwartet, wird überrascht sein. Denn Douglasienharz riecht nach Zitrus – und das sogar ziemlich intensiv. Das ist übrigens auch ein gutes Erkennungszeichen bei älteren Bäumen.

Denn die Nadeln, insgesamt deutlich weicher und biegsamer als Fichten- oder Tannennadeln, verströmen diesen Geruch ebenfalls, wenn man sie zerreibt. Übrigens wirkt das ätherische Douglasienöl virentötend und desinfizierend – keine schlechte Nachricht in Corona-Zeiten.

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