Sanierung von schadhafter Stelle kostet Deilingen viel Geld

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 Die Themen Abwasser und Wasserversorgung haben den Deilinger Gemeinderat in mehreren Facetten beschäftigt.
Die Themen Abwasser und Wasserversorgung haben den Deilinger Gemeinderat in mehreren Facetten beschäftigt. (Foto: Scholz)
Schwäbische Zeitung

Das öffentliche Gewässer „Mittelbach“ ist auf einem privaten Grundstück in der Rinnenstraße 1971 von der Gemeinde in Betonrohre gefasst worden, damit das Grundstück als Gartenfläche genutzt werden kann. Die Rohre haben sich laut Gemeinde nun an einer Stelle auseinander geschoben, wodurch Erdreich von oben in die Lücke eingedrungen sei. Dies habe zur Folge, dass der Abfluss des Mittelbachs im Rohrsystem stark beeinträchtigt sei.

Da die Gemeinde unterhaltungspflichtig sei, müsse die schadhafte Stelle saniert werden. Diplom-Ingenieur Karl Hermle erläuterte dem Gemeinderat die Sanierung, die auf Grund der Topografie des Geländes und der Überdeckung des Rohrs mit 5,5 Metern Erdreich sehr aufwendig sei. Die Kosten der Sanierung des verrohrten Mittelbachs betragen etwa 60 000 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Sanierung zu und beauftragte die Gemeindeverwaltung, Angebote einzuholen.

Abwasserpumpwerk

Zur angestrebten Reduzierung des Schwebstoffaustrags aus dem Abwasserpumpwerk Rinnenstraße, für das die Gemeinde Deilingen laut Mitteilung eine wasserrechtliche Erlaubnis bis 31. Dezember 2025 besitzt, wurden mit dem Wasserwirtschaftsamt des Landkreises Tuttlingen die notwendigen baulichen Maßnahmen erörtert. Beim Abwasserpumpwerk Rinnenstraße soll demnach ein Überlaufschacht zur Aufnahme eines Feinsiebrechens eingebaut werden, der verhindert, dass Schwebstoffe bei starken Niederschlägen in den Mittelbach eingespült werden. Zudem soll der Anschluss des Überlaufschachts an den Mittelbach vergrößert und neu auf dem Grundstück der Gemeinde hergestellt werden.

Für die Optimierung des Abwasserpumpwerks hat das Planungsbüro Hermle Kosten von 100 000 Euro berechnet. Die Gemeinde erhofft sich eine Förderung des Landes von 40 000 Euro. Auf Nachfrage erläuterte Hermle die Funktionsweise des Abwasserpumpwerks und die geplanten Verbesserungen. Der Gemeinderat stimmte den Arbeiten zur Gewässerreinhaltung zu.

Wasserversorgung

Trotz des niederschlagsarmen Jahres 2018 konnte die Gemeinde noch 61 Prozent des Trinkwassers aus eigenen Quellen gewinnen, so die Mitteilung. Durch die Erneuerung von Wasserleitungen in Felsenstraße, Rebbergweg und Silcherstraße habe der Wasserverlust von neun Prozent 2017 auf vier Prozent 2018 reduziert werden. Es seien drei Leckstellen im Ortsnetz repariert worden, im Vorjahr seien es noch acht gewesen. Die Wasserversorgung der Gemeinde habe ihren Auftrag zuverlässig erfüllt: Alle vom Institut Fresenius entnommenen Wasserproben hätten die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte deutlich unterschritten. Bürgermeister Albin Ragg bedankte sich bei Wassermeister Stefan Weiß für seine „überaus zuverlässige und sachkundige Arbeit“.

Jagdpächter

Die sieben Jagdpächter der Gemeinde Deilingen haben in den vergangenen drei Jahren den festgesetzten Rehwildabschuss laut Pressemitteilung zu 96 Prozent erfüllt. Dies komme der natürlichen Verjüngung des Waldes zugute, in dem vor allem junge Weißtannen und Laubbäume ohne Zäune nachwachsen können.

Die Elektroleistungen zur Neugestaltung des Kirchplatzes bei der Marienkirche werden an die Firma Artur Reiner, Deilingen, zum Preis von 29 000 Euro vergeben.

Glasfasernetz

Der Bürgermeister berichtete, dass die Deutsche Telekom in der Hauptstraße und in der Straße An der Steig Tiefbauarbeiten zur Anbindung des Wohnbaugebiets Schnelling I an ihr Netz vornehme. Die Telekom werde aber in den kommenden drei Jahren kein leistungsfähiges flächendeckendes Glasfasernetz in Deilingen ausbauen. Daher verfolge die Gemeinde nach wie vor das Ziel, mit der Breitbandinitiative Tuttlingen ein flächendeckendes Glasfasernetz in Deilingen zu bauen. Dafür habe die Verwaltung einen Antrag nach Förderrichtlinie Breitbandausbau des Bundes gestellt.

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