Süderweiterung des Kalksteinbruchs auf dem Plettenberg bleibt auch 2019 Thema

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 Die Süderweiterung des Kalksteinbruchs auf dem Plettenberg bleibt auch 2019 Thema.
Die Süderweiterung des Kalksteinbruchs auf dem Plettenberg bleibt auch 2019 Thema. (Foto: privat / sbo)

Bezüglich der Süderweiterung des Kalksteinbruchs auf dem Plettenberg nahe Dotternhausen hat der Technische Ausschuss des Gemeinderats Forderungen formuliert – der wichtigste Wunsch aus Balinger Sicht läuft allerdings ins Leere. Der Erhalt der Kulisse der „Balinger Berge“ und damit insbesondere des Plettenberg-Traufs oberhalb von Roßwangen – das nannten die Redner der Fraktionen unisono als einen der aus Balinger Sicht zentralen Punkte, auf den die Stadtverwaltung im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zur Süderweiterung des Kalksteinbruchs auf dem Plettenberg drängen müsse.

Oberbürgermeister Helmut Reitemann sagte, dass man Holcim keineswegs am weiteren Abbau hindern wolle, die Kulisse aber auf jeden Fall erhalten bleiben müsse. Entsprechend fielen die Beschlüsse aus, wie sich die Stadtverwaltung äußern soll gegenüber dem Landratsamt Zollernalb, wo der Antrag auf die Süderweiterung bearbeitet wird.

Der Haken daran: Der Abbau der Kulisse ist nicht nur seit Jahrzehnten genehmigt. Dieser wird, wie eine Sprecherin von Holcim sagte, auch deutlich schneller kommen als ursprünglich gedacht. Schon in diesem Jahr werde Holcim auf dem Plettenberg sich daran machen, die Traufkante abzubauen; die Änderungsgenehmigung von Seiten des Landratsamts Zollernalb sei erteilt.

Eigentlich sollte die Traufkante laut Abbauplan erst in den 2040er-Jahren und damit ganz am Ende der Abbauzeit auf dem Plettenberg abgebuddelt werden. Dass der Trauf nun schon von diesem Jahr an weggebrochen wird, hängt laut Holcim mit vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde Dotternhausen zusammen: Festgelegt sei, dass die zu rekultivierende Fläche auf dem Plettenberg in rund einem Jahrzehnt an Dotternhausen zurückgegeben wird. Um das Zementwerk in Dotternhausen weiterhin zuverlässig mit Kalkstein zur Weiterverarbeitung beliefern zu können, sei der Abbau des Traufstücks in Richtung Roßwangen dringend notwendig: Der dortige Bereich sichere die Produktion für die nächsten sieben Jahre.

Heißt konkret für die Sicht aus Richtung Balingen: In sieben Jahren wird der Trauf weg sein, 40 Meter werden in der Höhe weggesprengt und weggebaggert. Vielleicht aber klappt es ja mit einem anderen Balinger Wunsch: Dem nach unabhängigen, kontinuierlichen und transparenten Messungen der Abgase und Immissionen des Dotternhausener Zementwerks. Das wurde auf Antrag der Freien Wähler als zusätzlicher Wunsch im Rahmen des Beteiligungsverfahrens formuliert.

Einen kleinen Lichtblick gibt es zudem, was das weitere Anliegen angeht, die nicht für den Abbau Resthochfläche des Plettenbergs sowie die renaturierten Areale unter Schutz zu stellen: Dafür, hatte das Regierungspräsidium Tübingen unlängst erklärt, fehle es schlicht an Personal und Zeit. Mittlerweile aber, sagte OB Reitemann, sei ihm versichert worden, dass man dieses Thema mit einer „höheren Priorität“ bearbeite. Wohl auch deshalb, weil der Landesnaturschutzverband jetzt einen entsprechenden Antrag beim Regierungspräsidium eingereicht hat.

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