Musik in höchster Präzision

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Die Davenports am Schluss der Veranstaltung mittendrin im Publikum, sozusagen zum Anfassen.
Die Davenports am Schluss der Veranstaltung mittendrin im Publikum, sozusagen zum Anfassen. (Foto: Richard Moosbrucker)
Richard Moosbrucker

Davenport zieht! Das hat man am späten Sonntagnachmittag gemerkt, als die fünf Profimusiker Nicole Müller und Michael Sisto, Arno Haas, Stefan Müller und Andy Scheu zum zweiten Mal ein Gastspiel in der Schlossberghalle gaben. Ihr guter Ruf, der ihnen vorauseilt, war wohl der Grund, warum die Halle nahezu voll besetzt war.

Mit einer gewissen Erwartungshaltung gingen also die Zuhörer in dieses Konzert – und sie wurden nicht enttäuscht, sondern erlebten eine wunderschöne Soiree mit dem vielversprechenden Titel „Winterzauber“. Davon war angesichts des strahlenden Wetters aber keine Rede, und auch die Titel der Davenports ließ keine Erinnerungen an diese Jahreszeit wach werden. Nur die Musik, die sie in höchster Präzision feilboten, war, wie immer, vom feinsten – und so konnten sich die Zuhörer über die glockenhelle Stimme von Nicole Müller, das sanfte Pendant von Michael Sisto (Gesang und Gitarre) und die außerordentlichen Fähigkeiten von Arno Haas auf dem Saxophon, Stefan Müller am E- bzw. Kontrabass, sowie den explosiven Schlagzeuger Andy Scheu freuen.

Eine gute Mischung an internationalen Songs aus vergangenen Zeiten, aber auch aktuelle Hits standen auf dem Programm der Davenports. Das Publikum ließ sich mitreißen, wenn beispielsweise „Imagine“ , „Set on you“ oder „Nothing else matters“ durch den Hallenäther strömte. Die Fusion der Stimmen von Nicole Müller und Michael Sisto klang überzeugend – und nicht selten klatschte das Publikum begeistert mit. Das galt auch für den Queen-Hammer „ Lady Gaga“ bei dem Saxophonist Arno Haas sich austoben konnte. Sistos sanftes „Halleluja-Solo“ begeisterte ebenso wie „In your Head“, das Nicole Müller des besseren Verständnisses wegen zunächst in Deutsch performte, bevor sie zur englischen Original-Version überging. So schlüpften ihre „Messages“ aus der „Bottle“ heraus, und so entwickelte sich das Publikum mit dieser Musik sprichwörtlich „higher and higher“ oder freute sich, wenn das „Prince-Purple-Rain“ angestimmt wurde und man sich wonnegleich in einer speziellen musikalischen Umgebung empfinden konnte.

So verflogen die zwei Stunden wie Minuten und am Ende bedauerte das Publikum, dass es schon wieder Abschied nehmen hieß. Nur noch ein kleines Live-Gastspiel, völlig ohne Technik, mitten im Publikum, konnte als sanfter Nachhall noch einmal besondere Gefühle beim Publikum generieren.

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