Mahnmal erinnert seit 30 Jahren an düstere Zeit

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 Das Mahnmahl im Eckerwald.
Das Mahnmahl im Eckerwald. (Foto: Roland Roth)
Schwäbische Zeitung

Die Gestalt eines gebrochenen, erniedrigten Menschen kniet in einer tiefen Mulde. Häftlinge des KZ Schörzingen mussten diese vor 76 Jahren für eine Industrieanlage ausheben. Vor 30 Jahren entstand das Mahnmal an der Gedenkstätte Eckerwald.

Der Rottweiler Künstler Siegfried Haas wählte diesen Ort laut einer Pressemitteilung bewusst aus, um auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Häftlinge hinzuweisen, die täglich im Außenkommando Zepfenhan geschunden wurden. Er schuf die Skulptur nach intensiven Gesprächen mit Überlebenden. Die Figur hebt - mit letzter Kraft - das Gesicht nach oben. Die Opfer berichteten Siegfried Haas, dass sie die Zeit im KZ nur überleben konnten, weil sie an eine Idee glaubten. Sie waren Christen, Sozialdemokraten, Sozialisten oder Kommunisten. Die Gestalt ballt eine der gefesselten Hände zur Faust und eine öffnet sie. Damit soll laut Mitteilung die Botschaft der Überlebenden überbracht werden: Wir können nicht vergessen, reichen Euch aber die Hände und wollen mit Euch den Weg des Friedens gehen!

Am 23. April 1989 wurde das Mahnmal der Öffentlichkeit übergeben. Robert Krieps, Minister für Justiz, Kultur und Umwelt in Luxemburg, betonte bei der Feier: „Wir sind gekommen, weil wir Euch nichts nachtragen und gemeinsam eine neue europäische Zukunft aufbauen wollen“. Krieps sprach für seine Kameraden aus dem luxemburgischen Widerstand, die für das Mahnmal Gelder gesammelten hatten, nachdem deutsche Stellen einen Grundstock an Kapital gefordert hatten, bevor sie sich an der Realisierung beteiligen würden. Aus diesem Grund hatte das Großherzogtum Luxemburg zusätzlich einen fünfstelligen Betrag gespendet, den Minister Robert Krieps nun überbrachte.

Zur Verwirklichung des Mahnmals trugen außerdem Künstler aus der Region bei, indem sie Werke für zwei Auktionen zur Verfügung stellten. Durch mehrere Benefizkonzerte ging weiteres Geld ein. Nachdem diese Mittel zur Verfügung standen, bewilligten nun auch staatliche Stellen, Banken und Firmen größere Summen.

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