Konzert endet mit Überraschung

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Die Musiker präsentierten Blasmusik auf hohem Niveau.
Die Musiker präsentierten Blasmusik auf hohem Niveau. (Foto: Lothar Dittes)
Lothar Dittes

Freunde exzellenter Blasmusik sind am Samstagabend in der Festhalle Egesheim auf ihre Kosten gekommen: Zahlreiche Gäste waren der Einladung des Musikvereins Egesheim gefolgt. Zu Gast war die Kapelle aus Frommern bei Balingen, die das erste Mal ihre musikalische Visitenkarte auf dem Heuberg hinterließ.

Die Musiker aus dem „Zollernalbkreis unter Leitung ihres Dirigenten Roland Rieger machten den musikalischen Anfang. „Highland Cathedral“ arrangiert von S. Rundel ist eine bekannte Melodie, welche für Dudelsack-Spieler zum Standardrepertoire gehört. Der festlich-langsame Marsch wird getragen gespielt und überrascht mit einem wuchtigen Finale.

Der englische König Henry VIII (1491-1547) betätigte sich auch als Komponist. Aus seiner Feder stammt das „Pastime With Good Company“. Trommeln und Flötentöne im Duett, tänzerisch im mittelalterlichen Reigen, werden im wuchtigen Ton vom ganzen Orchester abgelöst und in Moll-Tönen gehalten. Das Stück endet in schnellem Tempo in einer Dramaturgie.

„Fate Of The Gods“ zu Deutsch „Schicksal der Götter“ von S. Reineke spiegelt die „Götterdämmerung“ mit Zwergen und Gnomen in einer dunklen Welt des Bösen. Dementsprechend blieben die Töne des tiefen Blechs in mythischen Tönen und wechselndem Tempo, zeigten den Kampf Gut gegen Böse mit der Auflösung der hellen Töne des Lichtes und dem Sieg des Guten.

„The Greatest Showman“ ist ein Film, der Ende 2017 in die Kinos kam. Zu dem Film wurde die passende Musik von B. Pasek und J. Paul im Arrangement von P. Murtha komponiert. Die Musiker spielten die bekanntesten Hits der US-Rockband Bon Jovi, wie „It’s My Life“ oder „Runaway“. Nicht ohne Zugabe durften die Gäste aus Frommern von der Bühne. Es wurde das poppige „Happy“ von Pharrell Williams gespielt und als Gegenpol die SüdtirolerHymne „Dem Land Tirol die Treue“.

Die Überschrift des zweiten Konzertteils lautete „Heimat“. So begann der Musikverein Egesheim unter Leitung von Jonas Eismann mit der deutschen Volksweise „Schwabenland“. Die „Graf Andreas Suite“ von Martin Scherbacher beschreibt die Biografie des Grafen von Sonnenberg, der 1511 einem Meuchelmord zum Opfer fiel und in der Kirche in Scheer bei Sigmaringen beigesetzt ist. Das Stück ist in drei Akte aufgeteilt. Im ersten Akt kommen kriegerische Zeiten: Signaltrompeten, wuchtige Bässe und Trompetensolos sind die Hauptbestandteile. „Idylle“ ist der zweite Akt. Tänzerischer Reigen im Dreivierteltakt zeichnet das Stück aus. Dann kommt die „Letzte Jagd“, ein Rhythmus im Pferdegalopp, ein andächtiges Intermezzo und ein Ende mit einem wuchtigem Schlussakkord.

„The Grapes Of The Sun“ (die Trauben der Sonne) ist ein Ton-Gemälde von Mario Bürki und bildet den Weinberg mit der aufgehenden Sonne, der Lese, dem Pressen und der Reife des Weines in Klänge ab. Es folgte der bekannte Song „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen arrangiert von Jonas Eismann. „Lieb Vaterland magst ruhig sein …“ ein zackiger Marsch aus der „Wacht am Rhein“ von Klaus Buttersrein wurde zackig gespielt.

Eine Überraschung war die Polka „Die zwei Dreher-Buben“, komponiert von Jonas Eismann, eine Uraufführung für die beiden Jubilare Stefan und Johann Dreher, welche für 50 Jahre Mitgliedschaft (Bericht folgt) an dem Konzertabend geehrt wurden.

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