Kindergarten Christkönig wird 50

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Richard Moosbrucker

50 Jahre ist es her, dass die katholische Kirchengemeinde Wehingen mit ihrem damaligen Pfarrer, Wendelin Zimmermann, den Kindergarten Christkönig einweihen konnte. Ein halbes Jahrhundert also, in dessen Verlauf sich in der Konzeption der Kindergärten und in Sachen Erziehung einiges geändert hat. Am 30. Juni soll dies mit einem Jubiläumsgottesdienst in der St. Ulrich-Kirche und einem Kirchengemeindefest in der Schlossberghalle gefeiert werden.

Wer könnte über die Entstehung dieses Kindergartens besser Auskunft geben, als der damalige Initiator und Bauherr, Pfarrer Wendelin Zimmermann, der, kurz vor dem 90. Geburtstag stehend, im Wohnpark St. Josef im „Betreuten Wohnen“ seinen Altersruhesitz hat und dort, obwohl im Gehen stark beeinträchtigt, sich weitestgehend selbst versorgt. Was aber „jung“ geblieben ist, ist seine geistige Präsenz und so überrascht es auch nicht, dass er sich noch ganz genau an die Anfänge erinnern kann, als er mit dem damaligen Bürgermeister Anton Hugger das Projekt auf den Weg brachte.

„Hoffentlich muss ich nichts bauen“

Dachte er bei seinem Amtsantritt am 11. Dezember 1966 noch: „Hoffentlich muss ich nichts bauen, denn das liegt mir nicht so“, wurde er bald eines Besseren belehrt, als nämlich die Frage nach einem zweiten Kindergarten immer lauter wurde, und er mit Bürgermeister Hugger und dem Kirchengemeinderat ernsthaft über Lösungsmöglichkeiten nachdenken musste.

Im alten Schwesterhaus war es zu eng geworden, so dass man zunächst über einen Anbau nachgedacht habe, der aber dann zugunsten eines neuen Kindergartens fallengelassen wurde.

„Aber“, so Zimmermann weiter: „Wenn der Neue fertig ist, muss auch der Alte saniert werden.“ So rutschte Pfarrer Zimmermann, ob er es wollte oder nicht, in die Rolle eines Baupfarrers, der all jene Erfahrungen mit den Handwerkern machen durfte, die vielen Bauherren bekannt vorkommen. „Ich habe in dieser Zeit viel dazu gelernt“, meint Pfarrer Zimmermann gegenüber unserer Zeitung und berichtet weiter: „Als man im neuen Kindergarten Hängeschränke montieren wollte, hat es sich herausgestellt, dass die Wand ziemlich krumm ist, und der Gipser nacharbeiten musste.“

Bezüglich der Finanzierung verstand es Pfarrer Zimmermann auch sehr gut, seine Schäfchen zu Spenden zu motivieren. Rund eine halbe Million D-Mark sollte der neue Kindergarten damals kosten. Auch mit der Personalsuche musste sich Pfarrer Zimmermann auseinandersetzen, weil das Angebot an qualifizierten Erzieherinnen noch ziemlich dürftig war.

„Kommissar Zufall“ hilft

So erinnert er sich auch noch, dass „Kommissar Zufall“ ihm dabei half, eine Kindergartenleiterin zu bekommen, mit der es dann aber keine gute Kooperation gab. Erst als Christine Dietmann 1973 die Leitung zunächst kommissarisch, dann aber für 43 Jahre übernahm, entwickelte sich der Kindergarten Christkönig zu einer verantwortungsbewussten, im christlichen Erziehungssinn arbeitenden Institution, die nun 50 Jahre lang zum Wohle der Kinder gearbeitet hat.

Pfarrer Zimmermanns Anliegen war es immer gewesen, dass der Kindergarten keine „Aufbewahrungs“- sondern eine Erziehungsstätte sein soll, in der nur speziell ausgebildete und geprüfte Kindergärtnerinnen (Erzieherinnen) arbeiten sollen.

Aktuell betreut der Kindergarten Christkönig 67 Kinder in drei Gruppen. Es gibt eine Gruppe mit Regelzeiten und eine zweite mit verlängerten Öffnungszeiten und Ganztagesbetreuung, bei der Kinder auch warm im Kindergarten zu Mittag essen. Die dritte Gruppe ist altersgemischt. Derzeit sind zwölf Personen, davon drei Vollzeitkräfte mit der Betreuung der Kinder beschäftigt. Christina Denkinger und Hellen Marquart teilen sich derzeit die Leitung des Kindergartens.

Im Kindergartenalltag legen die Erzieherinnen Wert auf verschiedene Schwerpunkte, wie zum Beispiel Zahlenschule, Sprachförderung, Bewegung, das Feiern religiöser Feste und das Mitgestalten von Gottesdiensten. Der Leitspruch lautet: „Wir gehen ein Stück Lebensweg gemeinsam.“

Im Leitbild des Kindergartens heißt es: „Egal woher wir kommen, hier spielen wir zusammen. – Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes, das wir achten und annehmen, wie es ist, mit all seinen Stärken und Schwächen. In einer Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens wollen wir dem Kind vielfältige Auseinandersetzungen mit sich, aber auch im Umgang mit anderen Kindern ermöglichen.“

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