Kinder säen eine Wildblumenwiese

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 Unter fachkundiger Anleitung haben Kinder der Schlossbergschule Samen für mehr Artenvielfalt ausgebracht.
Unter fachkundiger Anleitung haben Kinder der Schlossbergschule Samen für mehr Artenvielfalt ausgebracht. (Foto: Moosbrucker)
Richard Moosbrucker

Das Klassenzimmer mit dem Freiland vertauscht haben am Mittwoch die Kinder der 3 a der Schlossbergschule Wehingen mit ihrer Klassenlehrerin Anne-Maria Trick. Warum sie bei herrlichem Herbstwetter ausgezogen sind, um kleine gärtnerische Schritte zu übernehmen, liegt in einer Aktion begründet, die der Naturpark Obere Donau gestartet hat und die dafür sorgen soll, dass durch die Anlage von Wildblumenwiesen für Insekten ganzjähriger Lebensraum und reichhaltiges und vielfältiges Nahrungsangebot geschaffen wird.

Und wenn das von Kinderhand unter fachkundiger Anleitung von Nele Feldmann und Lucas Schuon geschieht, dann ist das für die Kinder eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag, und lernen kann man auch etwas dabei. Die Filz-Mauerbiene „Wilma“ forderte die Kinder auf, gebietsheimisches, mehrjähriges Saatgut, vermischt mit Sand auszubringen, um im nächsten Jahr erleben zu können, was da alles an blühenden Gewächsen aus dem Boden keimt und so den Gabentisch für die Wildbienen reichhaltig deckt.

Die beiden Vertreter vom Naturpark informierten die Schüler auf altersgerechte Weise, wie sie vorzugehen hatten. Im Vorfeld hatten die Gemeindearbeiter unter der Regie von Fronmeister Wolfgang Dallmann den Boden aufgefräst, um ihn für das Saatgut aufnahmefähig zu machen.

Voller Tatendrang machten sich die Kinder an die Arbeit und streuten das Saatgut, das vorher in kleine bunte Eimer gefüllt wurde, fachmännisch aus. Anschließend mussten vor allen Dingen die kräftigen Burschen ran, um die schwere Walze über die Bodenfläche zu ziehen. Natürlich durfte am Ende auch das Wässern nicht fehlen. Jetzt ist das Feld bestellt, aber die Früchte ihrer Arbeit dürfen die Kinder erst im nächsten Frühjahr ernten, wenn die Blumenwiese beginnt auszutreiben. Das bedeutet, dass sie, wenn sie an der Blumenwiese vorbeikommen, auch bewusst miterleben, was da entsteht.

Das Land Baden-Württemberg fördert diese Maßnahme im „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt im Projekt „Blühende Naturparke“ mit 37 000 Euro. So entsteht landesweit ein Netz zur Förderung der Artenvielfalt.

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