Josef Bär: Der „beste Eierfänger“ ist nun Ehrenbürger

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Josef Bär ist Egesheimer Ehrenbürger
Josef Bär ist Ehrenbürger der Gemeinde Egesheim. 36 Jahre war er ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde.

Hoffentlich hat Josef Bär in seinem neuen Heim in Trossingen genügend freie Wände eingeplant: Denn der Ehrungsreigen der vergangenen Monate beschert dem jahrzehntelangen Bürgermeister dreier Heuberg-Gemeinden eine Fülle an Urkunden und Auszeichnungen. Am Donnerstagabend kam eine weitere hinzu: Da wurde dem Altbürgermeister das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Egesheim verliehen.

Allmählich tun sich auch die Redner schwer, neue Wendungen für das Wirken Bärs zu kreieren: Am Donnerstag durfte er, bekanntermaßen bescheidener Natur, erneut viele schöne Attribute über sich selbst hören: „Enormen Fleiß, starken Willen und großes Können“, ordnete Tuttlingens Landrat Stefan Bär seinem Namensvetter zu, Landesjustizminister Guido Wolf bescheinigte dem neuen Egesheimer Ehrenbürger „Menschlichkeit, Zuverlässigkeit und Weitsicht“, und Josef Bärs Amtsnachfolger Hans Marquart hob dessen „unermüdlichen Einsatz, offene Art und ehrliche Arbeit“ hervor.

Trotz Umzug der Gemeinde immer noch verbunden

Josef Bär reagierte auf die ihm eigene Art auf die Lobeshymnen: „Ich bin mit Abstand der beste Eierfänger beim Egesheimer Eierschupfen gewesen, und die Fanghöhe ist nicht zu toppen“, meinte der großgewachsene Ehrenbürger zum Einstieg in seine Dankesrede mit einem Augenzwinkern – und hatte damit die Lacher seiner Zuhörer in der gut gefüllten Gemeindehalle sicher. „Ich bin über 36 Jahre sehr gerne ihr Bürgermeister gewesen“, dankte er den Egesheimer Bürgern, dem Gemeinderat und seinen Rathaus-Mitarbeitern. Für ihn bedeute die Auszeichnung eine „große Ehre“. Trotz des Umzugs nach Trossingen mit Ehefrau Roswitha bleibe er Egesheim verbunden. An die anwesenden Bürgermeister vom Heuberg appellierte er zum weiteren Zusammenarbeiten der kleinen Gemeinden.

 Egesheims Ortsoberhaupt Hans Marquart (links) verlieh Altbürgermeister Josef Bär (rechts) das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde.
Egesheims Ortsoberhaupt Hans Marquart (links) verlieh Altbürgermeister Josef Bär (rechts) das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde. (Foto: Michael Hochheuser)

Die Stärkung der Region war auch Thema des Vortrags von Guido Wolf zu „Kommunalpolitischem Engagement im ländlichen Raum“. Wenige Monate vor der Kommunalwahl im Mai würdigte er den Einsatz derer, die sich kommunalpolitisch in die Pflicht nehmen lassen: „Ortschafts- und Gemeinderäte sind ein wichtiger Teil der Stabilität der Demokratie vor Ort“, rief der Minister seine Zuhörer auf, dass „wir noch mehr Menschen brauchen, die sich für ihre Gemeinde engagieren“. Eventuell tritt er ja in die Fußstapfen Bärs als Eierfänger: Jedenfalls kündigte Wolf an, dieses Jahr zur populärsten Veranstaltung in Egesheim zu kommen, dem Eierschupfen. „Das will ich auch mal erleben.“

Neue Projekte werden angesprochen

Landrat Bär betonte, dass das Ehrenbürgerrecht die höchste Auszeichnung sei, die eine Gemeinde an einen Bürger verleihen könne. „Wer hätte diese nach 36 Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister mehr verdient als Josef Bär.“ Hans Marquart nannte einige der Verdienste, ob derer der Gemeinderat im Juni einstimmig beschlossen hatte, Josef Bär zum Ehrenbürger zu machen: So habe Egesheim heute 50 Prozent mehr Einwohner als bei Bärs Amtsantritt 1982, und „fast so viele Ein- wie Auspendler“. Die Finanzen habe sein Amtsvorgänger konsolidiert, in seine Ära seien unter anderem der Umbau des Rathauses, der Bau des Bauhofs und die Sanierung des Kindergartens gefallen.

Den Rahmen der Veranstaltung als Neujahrs-Bürgertreff nutzte der neue Bürgermeister für Ankündigungen: So wolle er im Februar erste Gespräche führen hinsichtlich eines neuen Wohngebiets im Bereich Kleines Öschle. Für den 30. März lud er zu einem Bürgerworkshop ein, um gemeinsam Ziele zu erarbeiten, die in Egesheim umgesetzt werden sollen. Und dem Musikverein dankte er für die Blasmusik beim Bürgertreff, dem Sportverein für die Bewirtung.

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