Jerzy Sztanka stirbt kurz vor seinem 90. Geburtstag

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 Jerzy Sztanka
Jerzy Sztanka (Foto: Gedenkstätte)
Schwäbische Zeitung

Die Initiative Gedenkstätte Eckerwald teilt mit, dass Jerzy Sztanka wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag gestorben sei. Über viele Jahre hinweg kam er zusammen mit seiner Frau Wanda, seinen Geschwistern Henry, Jadwiga und Richard jedes Frühjahr in die Region und berichtete in zahlreichen Schulbesuchen über seine Haftzeit in den Konzentrationslagern Auschwitz, Bisingen und Dautmergen und Schömberg.

Am 10. August 1944 wurde er als Vierzehnjähriger zusammen mit seiner Familie während des Warschauer Aufstandes verhaftet und nach Auschwitz-Birkenau verschleppt. Während seine Mutter und seine beiden Schwestern dort festgehalten wurden, begann für den Vater, seinen Bruder Henry und für ihn die Hölle in den Wüstelagern in Bisingen, Dautmergen und Schömberg. so die Pressemitteilung. In Folge der unmenschlichen Bedingungen in diesen KZ-Lagern starb der Vater an Weihnachten 1944. Jerzy und sein Bruder wurden im April 1945, als die Lager geräumt wurden, auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. In Garmisch-Partenkirchen wurden sie zusammen mit weiteren Gefangenen von der amerikanischen Armee befreit.

Nach dem Krieg fand sich die Familie in Warschau wieder. Freude über das Wiedersehen mit der Mutter und den Geschwistern auf der einen und Schmerz über den Verlust des Vaters auf der anderen Seite bestimmten gleichermaßen das Wiedersehen.

Zuletzt berichtete Jerzy Sztanka im Frühjahr 2015 den Rottweiler Realschülern und den Spaichinger Schülern von seinen Erlebnissen in den KZ-Lagern. In den darauffolgenden Jahren erhielt er öfters Besuch von Mitgliedern der Initiative Gedenkstätte Eckerwald in Warschau. „Diese Begegnungen bereiteten ihm und uns immer eine große Freude“, so die Mitteilung.

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