Interesse an Gosheimer Kandidaten ist riesengroß

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Redaktionsleiterin

Am Dienstag, 16. Oktober, lädt der Heuberger Bote zur Podiumsdiskussion mit den Gosheimer Bürgermeisterkandidaten um 19 Uhr in die Jurahalle ein. Im Gespräch geht es auch um die persönlichen Seiten der Kandidaten. Die Moderation hat Heuberger-Bote-Redaktionsleiterin Regina Braungart.

Wenn Sie, liebe Leser, Fragen an die Kandidaten haben, können Sie sie auch gerne vorab an die Redaktion schicken. Bitte an: redaktion.spaichingen@schwaebische.de (abra)

Das Interesse der Gosheimer an der am 21. Oktober anstehenden Wahl ist riesengroß: gut 700 Bürger haben sich am Dienstag bei der offiziellen Kandidatenvorstellung ein eigenes Bild machen wollen. Die beiden Kandidaten präsentierten sich inhaltlich ähnlich, persönlich aber sehr unterschiedlich: Kielack als bodenständiges Kind der Region, Irion als engagierte Bewegerin. Sachkompetenz sprach, da beide studierte Verwaltungsprofis sind, aus beiden Präsentationen.

Nervös waren beide Kandidaten, das konnte man in der Gestik und Mimik spüren - einmal mit bedeutungssetzenden Pausen und Blicken bei Kielack und vielleicht ein wenig zu betonter Rhetorik und Körpersprache bei Irion. Das war aber kein Minuspunkt, schließlich geht es auch um etwas bei dieser Wahl und viele Bürger hatten beide Kandidaten in deren überdurchschnittlich engagiertem Wahlkampf schon persönlich getroffen. Und beide hatten sich auf die Reden sehr gut vorbereitet, Irion sprach sogar frei.

Dass der Bürgermeisterposten in Gosheim attraktiv ist, daran ließen beide Kandidaten keinen Zweifel und die Bürger dankten die Wertschätzung für Schönheit der Landschaft, Fleiß und Tüchtigkeit der Menschen, Qualität von Angeboten und Infrastruktur, mit aufmerksamem Zuhören und langem Applaus. Doch sie ließen die Katze Wahlentscheidung auch nicht aus dem Sack: Die Applausdauer war gleich.

Kielack stellte sich als Vereinsmensch und in der Region verwurzelt vor und auf die anschließende Frage nach den „Karrieresprungbrett“ sagte er, dass er sich nicht vorstellen könne, wegzuziehen, den Bürgerauftrag auf jeden Fall ernst zu nehmen und „Wenn ihr wollt: Ich möchte auch länger.“ „Ich will nicht irgend ein Bürgermeister werden, ich will Bürgermeister von Gosheim werden.“

Drei Punkte zählte er als seine Stärken zur Durchsetzung der Ziele der Gemeinden auf: Er könne als Amtsleiter für Kämmerei und Gebäudemanagement mit 50 Mitarbeitern mit Geld umgehen, verfüge über ein starkes Netzwerk an Kontakten zum Landkreis, Regierungspräsidium und zu den Gemeinden, führe ein 50-köpfiges Team verschiedenster Fachrichtungen. Als Schlüssel des Erfolgs Gosheims sehe er die starke Identifikation der Gosheimer mit ihrer Gemeinde und eine starke Vereinsstruktur, die es zu erhalten gelte. Junge Leute zu halten gelte es, indem man ihnen Freiräume wie etwa einen selbst verwalteten Jugendraum verschaffe.

Ortsmittengestaltung mit Erweiterung aufs Hermle-Areal und vor allem die Schaffung von Wohnraum nannte Kielack als Ziele. Und: Mit ihm werde es eine Wiederbelebung des Vorstoßes einer direkten Anbindung des Heubergs an die B 14 geben.

Megathema Wohnraum

Die Leidenschaft für den Bürgermeisterberuf, den sie ja jetzt schon ausübt, betonte Susanne Irion. Sie habe in Holzmaden schon gezeigt, „dass ich Bürgermeisterin kann“, wolle aber wegen ihrer Heirat in die Heimat ihres Mannes ziehen. Sie präsentierte sich als bürgernahe Bürgermeisterin, die nicht nur verwalten und das Bestehende gut managen wolle, sondern raus aus dem Rathaus gehe und im Rahmen von mit den Bürgern erarbeitende Gesamtkonzeption Projekte begleite und voranbringe.

Der demografische Wandel werde in Gosheim stärker spürbar sein als anderswo. Schon jetzt hätten Vereine Probleme die Spitzenpositionen zu besetzen. Dabei gelte es, junge Leute an den Ort zu binden, warum nicht durch ein Azubiwohnheim?

„Wir brauchen dringend mehr Wohnraum“, so Irion. Ein Rahmenplan solle auch Bauplätze in der zweiten Reihe aufnehmen und Schlüsselgrundstücke definieren. Anrufsammelbusse, Kinderbetreuung, Begrünung und Aufwertung der Ortsmitte und mehr nannte sie als weitere Themen. Ein Bürgermeister müsse mit einer Gemeinde umgehen wie ein Gärtner: Manches brauche viel, manches wenig Aufmerksamkeit, so Irion.

Und bezüglich der Mitarbeiter: „Unter mir soll niemand arbeiten, aber mit und neben mir.“

Am Dienstag, 16. Oktober, lädt der Heuberger Bote zur Podiumsdiskussion mit den Gosheimer Bürgermeisterkandidaten um 19 Uhr in die Jurahalle ein. Im Gespräch geht es auch um die persönlichen Seiten der Kandidaten. Die Moderation hat Heuberger-Bote-Redaktionsleiterin Regina Braungart.

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