IG Metall kritisiert Häring-Vorgehen

Lesedauer: 3 Min
Walter Wadehn, erster Bevollmächtigter der IG-Metall Albstadt, zeigt den Stimmzettel zur Wahl des Wahlvorstands bei der Firma Hä (Foto: Klaus Flad)
Schwäbische Zeitung
Klaus Flad

„Bei Häring habe ich das Gefühl, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung an den Toren aufhört.“ Mit diesen Worten äußerte sich der erste Bevollmächtigte der IG-Metall Albstadt, Walter Wadehn, nachdem am Montagabend der Versuch zur Wahl eines Vorstands für die Betriebsratswahl beim Bubsheimer Werk für Präzisionstechnik gescheitert war.

Bei der anschließenden Pressekonferenz im Gosheimer Gasthaus „Krone“ gab Wadehn bekannt, dass den Gewerkschaftsvertretern der Zutritt zur Firma nun schon zum dritten Mal unter „fadenscheinigen Gründen“ verwehrt worden sei. Wadehn kritisierte, dass die Gewerkschaft für Dinge, die selbstverständlich seien, schon gerichtliche Entscheidungen herbeiführen musste.

So hatte das Arbeitsgericht in Villingen beschlossen, dass dem bereits gekündigten Mitarbeiter am Montag Zutritt zur Versammlung zu gewähren sei. Der Bevollmächtigte äußerte, er habe den Eindruck, dass man bei der Firma Häring mit Geld die Demokratie verhindern wolle.

Wadehn kritisierte außerdem die Argumentationsweise der Geschäftsleitung, welche behaupte, dass eine wirksame Einladung zur Versammlung seitens der Gewerkschaft nicht vorgelegen habe. Insbesondere habe die Geschäftsleitung vorgebracht, der notarielle Nachweis, dass zwei Firmenangehörige Mitglieder der IG-Metall sind, habe nicht im Original vorgelegen.

Ein Original des Nachweises händigte Wadehn am Montag nun der Geschäftsleitung aus. So könne nun, so Wadehn, niemand mehr behaupten, man habe kein Original. Der erste Bevollmächtigte geht davon aus, dass die Gewerkschaft schon in den nächsten 14 Tagen zu einer Versammlung einladen wird. Zuvor möchte man sich noch juristisch beraten lassen.

Wadehn äußerte die Hoffnung, dass innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Wahlvorstand gewählt werden kann. Dieser muss sich dann entsprechend schulen lassen.

Der Gewerkschafts-Bevollmächtigte äußerte die Hoffnung, dass der Betriebsrat noch im Laufe des Jahres gewählt werden könne. Dies hänge selbstverständlich davon ab, mit welchen weiteren „juristischen Tricks“ die Gegenseite das zu verhindern versuche, so Wadehn.

Bisher war leider noch keine Stellungnahme der Geschäftsführung der Firma Häring zu bekommen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen