Hermle steigert Kennzahlen auch 2018

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 Hermle am Hauptsitz in Gosheim
Hermle am Hauptsitz in Gosheim (Foto: Hermle AG)
Schwäbische Zeitung

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG in Gosheim ist 2018 weiter gewachsen. Das berichtet der Werkzeugmaschinenhersteller in einer Pressemitteilung. Der Auftragseingang sei gegenüber Vorjahr konzernweit um 9,9 Prozent auf 475,9 Millionen Euro gewachsen (Vorjahr 433,2 Millionen Euro). Davon entfielen 217,9 Millionen auf das Inland (Vj. 171,7) und 258,0 Millionen Euro auf das Ausland (Vj. 261,5).

Gefragt gewesen seien sowohl Einstiegsmaschinen als auch Bearbeitungszentren. Außerdem spielten Automatisierung und Digitalisierung eine zunehmend wichtige Rolle. Der Auftragsbestand des Hermle-Konzerns erhöhte sich per Ende 2018 im Stichtagsvergleich um 18,4 Prozent auf 148 Millionen Euro.

Der Hermle-Konzernumsatz sei 2018 um 12,7 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 452,9 Millionen Euro (Vj. 402,0) gestiegen. Im Inland nahm das Geschäftsvolumen um 11,1 Prozent auf 186,8 Millionen Euro zu (Vj. 168,2) und im Ausland um 13,8 Prozent auf 266,1 Millionen Euro (Vj. 233,8 Millionen). Damit vergrößerte sich die Exportquote leicht von 58,2 Prozent auf 58,8 Prozent. Die Kapazitätsauslastung des Unternehmens habe sich das gesamte Jahr über am oberen Ende bewegt. Insgesamt erhöhte sich das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) des Hermle-Konzerns 2018 um 12,9 Prozent auf 111,7 Millionen Euro (Vj. 99,0). Das Ergebnis vor Steuern, das einen nicht nachhaltigen, positiven Einmaleffekt von 4,9 Millionen Euro enthielt, legte von 99,4 Millionen Euro auf 116,6 Millionen Euro zu.

Der Sondereffekt resultierte aus der Anfang 2018 erfolgten Übernahme der restlichen 51 Prozent der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Hermle-Leibinger Systemtechnik GmbH (HLS), die eine Neubewertung der bereits im Besitz der Hermle AG befindlichen übrigen Anteile erforderlich machte. Bereinigt um diesen Einfluss errechnet sich ein Vorsteuerergebnis von 111,6 Millionen Euro und eine im Vergleich zum Vorjahr etwa stabile Brutto-Umsatzmarge von 24,6 Prozent. Der Konzern-Jahresüberschuss ohne den Bewertungseffekt stieg von 73,3 Millionen auf 82,5 Millionen Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 3. Juli 2019 in Gosheim vorschlagen, wie im Vorjahr 15,05 Euro je Vorzugs- und 15,00 Euro je Stammaktie auszuschütten. Das entspricht einer unveränderten Dividendensumme von 75,1 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden 7,5 Millionen Euro in die Rücklagen eingestellt. Ende 2018 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 128,6 Millionen Euro (Vj. 103,4). Die Eigenkapitalquote lag am Stichtag bei 68,3 Prozent (Vj. 71,8 Prozent). Die Investitionen beliefen sich 2018 konzernweit auf 11,9 Millionen Euro gegenüber 18,5 Millionen Euro im Vorjahr, das von zwei großen Bauprojekten geprägt war. In der Berichtsperiode wurde insbesondere in die Modernisierung und Erweiterung der Blech- und der spanenden Fertigung investiert. Der operative Cashflow erhöhte sich 2018 um 14,7 Prozent auf 92,9 Millionen Euro (Vj. 81,1 ), so der Bericht weiter.

1251 Mitarbeiter

Am 31. Dezember 2018 beschäftigte der Hermle-Konzern 1.251 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im entsprechenden Vorjahreswert von 1.086 Personen waren die Beschäftigten der HLS, deren Mitarbeiterzahl von 85 auf 93 Personen wuchs, noch nicht enthalten. Darüber hinaus gab es Neueinstellungen vor allem bei den Auslandstochtergesellschaften und im Service. Durch die Übernahme von Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss und die Neubesetzung freigewordener Ausbildungsplätze vergrößerte sich die Belegschaft zudem.

Als Anerkennung ihres wichtigen Beitrags zum Unternehmenserfolg sollen die Hermle-Beschäftigten im Anschluss an die Dividendenausschüttung eine gegenüber Vorjahr leicht erhöhte Prämie erhalten.

Mit intensiven Entwicklungs- und Auslandsaktivitäten bereite sich Hermle auch auf ein absehbar raueres Umfeld vor. Nachdem sich die Nachfrage 2018 nach einem überhitzten ersten Quartal im Jahresverlauf wie erwartet normalisiert habe, rechne das Unternehmen 2019 mit einem Rückgang des Auftragseingangs um bis zu 20 Prozent. Angesichts der außerordentlich großen politischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten können auch größere Einbußen nicht sicher ausgeschlossen werden. Dank des hohen Auftragsbestands aus 2018 halte es das Unternehmen aber für möglich, im laufenden Jahr eine noch stabile bis leicht positive Umsatzentwicklung – bestenfalls ein Plus von fünf Prozent – und ein Betriebsergebnis etwa auf Vorjahresniveau zu erreichen, sofern sich die Rahmenbedingungen erwartungsgemäß darstellen. In den ersten Wochen des Jahres 2019 verlief das Geschäft im Rahmen der Planungen.

Berthold Hermle zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Hermle-Aktien werden im regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt/ Main gehandelt.

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