Hermle rechnet mit deutlichem Rückgang der Aufträge

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 Hermle rechnet mit deutlichem Rückgang der Aufträge
Hermle rechnet mit deutlichem Rückgang der Aufträge (Foto: Günter Federle)
Schwäbische Zeitung

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG aus Gosheim hat ihren Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2019 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent auf 334,3 Millionen Euro erhöht. Im Inland stieg das Geschäftsvolumen um 13,9 Prozent, im Ausland lag es dagegen geringfügig unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Zurückgegangen sind auch die neuen Bestellen. Und zwar um rund zwölf Prozent, wie das Unternehmen schriftlich mitteilt. Dieser Rückgang sei aber aufgrund der Konjunkturabschwächung zu erwarten gewesen. Dabei war der Rückgang vor allem im Inland zu spüren (minus 24,5 Prozent). Hermle führt das „auf die unsichere Situation in der Automobil- und deren Zulieferindustrie zurück“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Hermle rechnet damit, dass sich der Rückgang bis Jahresende nochmal deutlich verstärken wird, zumal es Anfang des vierten Quartals auch schon zu ersten Auftragsstornierungen gekommen sei. Hermle rechnet zum Jahresende mit einem Minus von 20 Prozent. Auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung werde sich dieser Trend wohl ab dem Jahr 2020 niederschlagen, so die Prognose. Im laufenden Jahr geht man aber von einem „stabilen bis leicht positiven Geschäftsvolumen und einem Betriebsergebnis etwa auf Vorjahreshöhe“ aus.

Auf die nachlassenden Aufträge ist Hermle eigenen Angaben zufolge „grundsätzlich sehr gut vorbereitet“. Bis zum Ende des dritten Quartals seien durch die starke Auslastung zahlreiche Überstunden geleistet worden, so könne das Unternehmen „die Produktionskapazitäten bei unveränderter Belegschaft sehr flexibel anpassen“. Ab dem vierten Quartal 2019 seien als Reaktion auf die veränderte Nachfrage produktionsfreie Tage geplant. Hierzu werde damit begonnen, die in den Vorjahren angesparten Gleitzeitkonten der Belegschaft sukzessive abzubauen.

Die Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens stellt sich eigenen Angaben zufolge in der Berichtsperiode „weiterhin sehr solide dar“: Am 30. September wies der Hermle-Konzern eine Eigenkapitalquote von 66,7 Prozent aus (Vorjahr: 66,5 Prozent). Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in den ersten neun Monaten auf 7,6 Millionen Euro (Vorjahr 7,8 Mio. Euro).

Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte Hermle konzernweit 1313 Mitarbeiter, 78 mehr als im Vorjahr, davon 22 zusätzliche Azubis und Werkstudenten. Neueinstellungen gab es hauptsächlich im Service und bei verschiedenen Auslandstochtergesellschafte. Wegen der bevorstehenden Abkühlung begann Hermle aber bereits ab dem zweiten Quartal 2019 damit, freiwerdende Stellen wo möglich nicht mehr neu zu besetzen.

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