Gosheimer Gemeinderat arbeitet fortan papierlos

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 Der Gosheimer Rat arbeitet fortan komplett digital.
Der Gosheimer Rat arbeitet fortan komplett digital. (Foto: Sebastian Korinth)
Angela Hermle

Seit der Oktobersitzung am Montag erhalten die Gosheimer Gemeinderäte sämtliche Unterlagen nur noch auf die ihnen von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Tablets. Von Anfang an signalisierte das Gremium Bereitschaft für dieses Ratsinformationssystem, sodass nach zweijährigem Parallelbetrieb nun ganz auf digital umgestellt wurde. Gosheim ist damit Vorreiter auf dem Heuberg.

Hauptamtsleiter Markus Conzelmann zeigte sich begeistert von diesem digitalem Fortschritt: „Dieses Ratsinformationssystem ist effizient, und da wir als Verwaltung eh mit einem Dokumentenmanagementsystem arbeiten, vereinfacht es vieles – ganz abgesehen davon, dass wir viel Papier einsparen, bis zu 30 000 Papierblätter pro Jahr können das sein.“

Der Rat beschäftigte sich mit den Jahresberichten 2018 der kommunalen Einrichtungen und begann mit dem Kindergarten Villa Kunterbunt. Mit einer PowerPoint-Präsentation gaben die Erzieherinnen Nina Zimmerer und Katrin Flad einen Einblick in das dortige pädagogische Arbeiten. Mit 17 Erzieherinnen in Voll- und Teilzeit ist der Kindergarten mit 82 Plätzen personell gut aufgestellt.

Sodann begrüßte Bürgermeister André Kielack die kommissarische Leiterin der Förderschule Lembergschule, Edith Herrmann. Derzeit werden 24 Schüler von vier Sonderschulpädagogen mit vollem Deputat, einem Fachlehrer mit zwölf Stunden und einer Fachlehrerin mit vier Stunden unterrichtet. Insgesamt zehn Schüler werden im Rahmen der Inklusion an der Werkrealschule Schlossbergschule Wehingen beschult.

Herrmann stellte die aktuellen Projekte sowie das pädagogische Konzept vor. Dabei verhehlte sie nicht, dass die zunehmende Zahl der Inklusionsschüler für die SBBZ-Schulen auf lange Sicht die Existenzberechtigung dieser in Frage stellten. Viele Eltern zeigten Berührungsängste, ihr Kind auf eine Förderschule zu schicken, und wählten im Rahmen ihrer Wahlmöglichkeit dann lieber die Inklusion an der Grundschule Juraschule oder der Werkrealschule Heuberg.

Der Rektor der Juraschule, Rudolf Schedy, berichtete von aktuell 150 Schülern in acht Klassen. Für den Unterricht seien 16 Lehrer, davon eine Lehranwärterin und vier Sonderpädagogen, verantwortlich. Auch Schedy zeigte sich unzufrieden mit dem Umgang bei der Thematik Inklusion. Die Lehrerversorgung sei wie überall im Land nicht einfach. Weiter berichtete Schedy vom „Erfolgsmodell“ der Ganztagesbetreuung, die derzeit von 106 Ganztagesschülern in Anspruch genommen werde.

Der nächste Tagesordnungspunkt befasste sich mit der Neufassung der Hundesteuer. Letztmals sind die Gebühren 1984 erhöht worden. Deshalb schlug die Verwaltung eine Erhöhung von 60 auf 120 Euro für den ersten Hund und für jeden weiteren Hund von 120 auf 240 Euro vor. In der Aussprache war das Gremium mehrheitlich der Auffassung, dass eine Verdopplung des Gebührensatzes zu hoch sei. Stattdessen wurde der Antrag gestellt, für den ersten Hund auf 84 und für den zweiten und jeden weiteren auf 168 Euro zu erhöhen. Zudem wurde einer Steuerbefreiung für Jagdhunde und Nachsuchenhunde bei entsprechender nachgewiesener Qualifikation vorgeschlagen. Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurden die Anträge angenommen.

Ferner ging es um den Beschluss zum Bebauungsplan „Egarten -1. Änderung“. Karl Hermle vom gleichnamigen Planungsbüro erläuterte den Beschluss für die anstehende Entwurfsoffenlage und schlug vor, parallel die Anhörung der Träger öffentlicher Belange vorzunehmen.

Der Bürgermeister gab bekannt, dass die Gemeinde Gosheim ab dem 1. Januar 2020 Negativzinsen bei der Kreissparkasse Tuttlingen entrichten müsse. Zudem berichtete er, dass die Bauarbeiten für den Edeka-Markt begonnen haben. Bei den Anfragen aus dem Gemeinderat wurde die Verwendung von Mehrwegbechern und Mehrweggeschirr beim diesjährigen Weihnachtsmarkt angesprochen.

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