Es werden immer weniger Zeitzeugen

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 Betonruinen eines Schornsteins der NS-Fabrikanlagen zur Gewinnung von Öl aus Schiefergestein im Eckerwald bei Schörzingen. KZ-H
Betonruinen eines Schornsteins der NS-Fabrikanlagen zur Gewinnung von Öl aus Schiefergestein im Eckerwald bei Schörzingen. KZ-Häftlinge mussten die Gebäude errichten. (Foto: Initiative Gedenkstätte Eckerwald)
Schwäbische Zeitung

Sehr rege ist der Verein Initiative Gedenkstätte Eckerwald. Das ist aus den Berichten bei der jüngsten Hauptversammlung hervorgegangen. Die Gedenkwoche wird von 15. bis 20. Mai stattfinden.

Vorsitzende Brigitta Marquart-Schad freute sichüber die große Anzahl Anwesender. Sie berichtete auch darüber, dass die Initiative wieder eine Zeitzeugin verloren hat, die seit Jahren zur Gedenkfeier gekommen war und derer sie gedachte: die Polin Wieslawa Borysiewicz mit der Lager-Nr. 83267.

In ihrem Rechenschaftsbericht ließen Brigitta Marquart-Schad und Willi Koch die zurückliegenden Aktionen Revue passieren, zum Beispiel das Kunst-Projekt „Fraternité-Brüderlichkeit“ im Gelände Eckerwald und die Überarbeitung der Dokumentationstafeln im Backsteingebäude, die zur Gedenkfeier am 19. Mai 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Vorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Schüler-Fotoausstellung im Gymnasium Gosheim-Wehingen und an den Einbezug von Schulen bei Geländepflege mit Führungen im Eckerwald (72-Stunden-Aktion in fünfjährigem Rhythmus, 2019 mit der Realschule Gosheim, und Führungen für die Nell-Breuning-Schule in Rottweil und vielen anderen Schulen).

Größeren Raum nahm die diesjährige Gedenkwoche ein unter dem Thema: „Unsere Verantwortung ist die Erinnerung, die Gegenwart und die Zukunft“, die vom 15. bis 20. Mai 2019 stattfinden wird. Für die Initiative wird es künftig immer weniger Zeitzeugen geben. Schon in diesem Jahr werden zwei Kinder von ehem. Zeitzeugen auf deren ausdrücklichen Wunsch an den Schulen sprechen.

Damit verliert die Initiative direkte Zeitzeugen, aber auch langjährige Freunde. Kommen werden zur Gedenkwoche drei Luxemburger, zwei Ungarn, zwei Franzosen und elf Polen.

Zu den Regularien gehörten in der Versammlung der Kassenbericht (von Kassiererin Luise Danner) und der Kassenprüfbericht der beiden Kassenprüfer (Gabi Mohm und Gerold Müller), die keinerlei Beanstandungen sahen und gutes Wirtschaften einräumten.

So konnte Herbert Ottenhöfer die Entlastung beantragen, indem er dem Vorstandsteam „ein erstaunenswert hohes Engagement“ bescheinigte.

Bei den anschließenden Wahlen wurde der Vorstand komplett einstimmig wiedergewählt, ebenso die vier Beiräte. Bei einem Kassenprüfer gab es einen Wechsel, Alfons Bulach löst Gerold Müller ab.

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