Eine Stätte der Stille und Besinnung

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Richard Moosbrucker

Seit über 130 Jahren ziert das Wehinger „Bürgle“ das Bäratal zwischen Wehingen und Gosheim. Der dazugehörige Kreuzweg wird in diesem Jahr 120 Jahre alt.

Die Kapelle konnte gebaut werden, weil Bürger Geld dafür gesammelt und die Gemeinde gebeten haben, das für den Bau notwendige Holz und auch den Platz zur Verfügung zu stellen. Am 2. Oktober 1887, also vor 131 Jahren, wurde die Kapelle durch Pfarrer Hopp eingeweiht.

Ein Jahr später, genau am 27. Oktober 1898, also vor 120 Jahren, wurden die Kreuzwegstationen vom Ortsgeistlichen eingeweiht, der, wie es in der Wehinger Chronik heißt, „von Rom die notwendige Vollmacht dazu bekam“.

Wieder ein Jahr später wurde am 18. Mai 1890 die Lourdes-Grotte unterhalb der Kapelle ihrer Bestimmung übergeben. In der Chronik ist zu lesen, dass es dabei fast zu einem Unglück gekommen wäre, weil auf einer ziemlich starken Neigung der Straße ein Stein seitwärts den Abhang hinunter rollte. „... Und wäre nicht eine Kette gerissen, so wären wohl die beiden Pferde der Frau Sonnenwirts Sauters Witwe verloren gewesen“.

Wie Pfarrer Dreher zum „Bürgledriller“ wurde

Unsere beiden Bilder zeigen eine Kreuzwegstation und die Kapelle im Hintergrund, die im Jahre 1900 von Pfarrer Dreher „gewestet“, also um 180 Grad gedreht wurde. Dafür bekam der Pfarrer den Spitznamen „Bürgledriller“.

Heute sind die Kapelle und die Lourdesgrotte gern besuchte Orte der Stille und der Besinnung. Im Innern der Kapelle ist der Altar der 14 Nothelfer zu bewundern, der von Walburga Narr gestiftet wurde, die nach Amerika ausgewandert war und bei einem Besuch in ihrer alten Heimat immer wieder ihren Lieblingsort aufsuchte.

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