Ein halbes Jahrhundert Partnerschaft zwischen Wehingen und der französischen Gemeinde St. Berthevin

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 Die Bürgermeister Reichegger, Borde und die Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Thomas Dietmann und Camille Monier, legen
Die Bürgermeister Reichegger, Borde und die Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Thomas Dietmann und Camille Monier, legen Kränze am Kriegerdenkmal nieder. (Foto: Richard Moosbrucker)
Richard Moosbrucker

Die Gemeinde Wehingen hat am Wochenende das 50. Partnerschaftsjubiläum mit St. Berthevin gefeiert. Keine andere Kommune in der Region hat so früh die Weichen für eine dauerhafte Freundschaft mit einer französischen Partnergemeinde gestellt.

Dem Organisationsteam war es wichtig, dieses halbe Jahrhundert der „Jumelage“ in einem würdigen Rahmen zu feiern. Und das ist voll gelungen. Wie ein roter Faden zog sich der europäische Gedanke durch die zahlreichen Veranstaltungen.

Zusamengehörigkeit war zu spüren

Momente der Erinnerung, des Nachdenkens und Ausblicke in die Zukunft, gemeinsame sportliche und musikalische Aktivitäten vermittelten allen Beteiligten das Gefühl, zusammenzugehören.

Die Herzlichkeit der Wehinger Kindergartenkinder, die schon am Freitag mit einem französischen Lied die Gäste aus dem Nachbarland begrüßten, brachte deutlich zum Ausdruck, dass Freundschaften über alle Generationen hinweg an Bedeutung gewinnen müssen, wenn die europäische Idee Gestalt annehmen soll.

Gedenkfeier am Kriegerdenkmal

Die Gedenkfeier am Kriegerdenkmal unter Mitwirkung des Musikvereins, zahlreicher Fahnenabordnungen, der beiden Bürgermeister Yannick Borde und Gerhard Reichegger sowie Erich Mayers mit nachdenklichen Worten zeichneten ein Stimmungsbild der Erinnerung und der Vision in die Zukunft, wie es hätte feierlicher nicht sein können.

Gäste zeigten Emotionen

Tief bewegt von Erich Mayers Worten legten beide Bürgermeister unter den Klängen des Musikvereins zwei Kränze am Ehrenmal nieder. Dann ging es mit dem Fanfarenzug weiter in den neu angelegten Garten von St. Berthevin, in dessen Mitte nun eine Boule-Bahn zum sportlichen Zeitvertreib und zwei Ruhebänke zum sinnlichen Nachdenken über die Freundschaft beider Kommunen einladen.

Ergebnis des Spiels stand nicht im Mittelpunkt

Reichegger und sein französischer Amtskollege durchschnitten das Trikolore-Band, um die Anlage gleich für ein erstes „Länderspiel“ freizugeben, das Deutschland mit einem 1:0 Sieg für sich entscheiden konnte, aber deutlich machte, dass dieses Spiel mehr das Miteinander als das Gegeneinander fördern soll.

Später konnten die Gläubigen beider Länder in einem ökumenischen Gottesdienst für eine friedliche, gemeinsame Zukunft beten. Neben Pfarrer Ewald Ginter, der die Gäste auf französisch begrüßte, stellte Sophie Heinzelmann den partnerschaftlichen Geist in den Mittelpunkt ihrer Ansprache, und fragte, wie sich dieser in Zukunft wohl entwickeln werde und ob die Sehnsucht nach Frieden ewig gestillt werden könne.

Musikverein und Fanfarenzug geleiteten dann die Festgesellschaft Richtung Schlossberghalle.

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