Egesheimer wünschen sich einen Dorfplatz

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 Bei schönstem Wetter haben zwei Gruppen ihre Arbeit an der Zukunft der Gemeinde nach draußen verlegt.
Bei schönstem Wetter haben zwei Gruppen ihre Arbeit an der Zukunft der Gemeinde nach draußen verlegt. (Foto: Regina Braungart)
Redaktionsleiterin

Ein schön gestalteter Dorfplatz – das würde den Egesheimern gefallen. Aber wie lässt sich die Versorgungslage verbessern und wie schaffen es die Egesheimer den hohen Migrantenanteil für das gemeinsame Leben zum Beispiel in den Vereinen zu gewinnen? Gut 70 Frauen und Männer aller Altersstufen haben sich am Samstagnachmittag Gedanken über die Stärken und Schwächen Ihrer schmucken Heuberggemeinde gemacht. Und sie haben jede Menge Vorschläge erarbeitet, wie sich ihr Dorf weiter entwickeln könnte.

Und genau das ist auch der Sinn des Programms: Städtebauliche Förderungen sind geknüpft an diese Bürgerbeteiligung. In der Gemeinde gibt es einige Leerstände, bei denen es Interesse gibt, hier neu zu bauen.

Und hier erhofft sich die Gemeinde natürlich Sanierungszuschüsse. Wohnbebauung ist ein großes Thema in Egesheim, das zeigen auch die Diskussionen in den drei Arbeitsgruppen. Zuvor hatten alle zusammen in der Halle die Impulse der drei Moderatoren der LBBW-Kommunalentwicklung über Stärken und Schwächen der Gemeinde aufgenommen und Themen zusammen getragen, die ihnen besonders wichtig und veränderungsbedürftig sind.

Das Wetter war wunderschön und so saßen zwei große Runden auf dem Parkplatz, im Hintergrund die schöne Dorfkulisse, im Kreis, eine dritte blieb in der Halle.

Eines der wichtigen Themen ist der öffentliche Nahverkehr und die Mobilität insgesamt. Ein junger Mann berichtete, dass er mit dem Bus eineinhalb Stunden bis Bubsheim braucht - für drei Kilometer. „Da kann man laufen, kommentierte ein weiterer Teilnehmer.“ Es entspann sich eine kleine Diskussion: Die Verbindung nach Wehingen und auch weiter ins Tal sei wirklich gut, aber eben Richtung Böttingen und Bubsheim halt nicht. Vielleicht könne der Gemeindeverwaltungsverband etwa einen Bürgerbusshuttle oder etwas ähnliches einrichten.

Nach Nusplingen führt ein Radweg, der aber immer noch unterbrochen sei, regte ein anderer Teilnehmer an, noch einmal das Gespräch mit dem Nachbarkreis zu führen. Mehr zum Radweg: Im Winter sei der nach Reichenbach manchmal nicht geräumt und auch eine Beleuchtung wäre für diesen Radweg sehr willkommen.

In diesem Zusammenhang sei auch zu überlegen, sagte eine Teilnehmerin, das Ortsschild zu verschieben, denn am Ortsausgang werde auch an Stellen, wo noch die Landstraße überquert werde, sehr schnell gefahren.

Die Gemeinde ist zweigeteilt

Ein Thema, das die Teilnehmer einer Gruppe sehr beschäftigte: Die „Zweiteilung der Gemeinde“. „Haben Sie Ideen?“, fragte Jasmin Kizler. Hatten sie: Infoabende anbieten, Sprachkurse anbieten, eine gemeinsame Veranstaltung in der sich die Kulturen jeweils vorstellen und ins Gespräch kommen können, ein „Pate“ als Ansprechpartner bei der Gemeinde, auf die Neubürger zugehen und sie für Vereine - auch als Publikum - gewinnen. Alles in allem sind die Teilnehmer der Runde aber relativ ratlos. Auch bei den Bürgerworkshops ist die Gruppe der Neubürger nicht sichtbar.

Eine weitere Idee gab es bei der Gruppe von Thomas Geissler zum Thema Versorgung: Auf einem zentralen Platz könnte auch eine Versorgungseinheit aufgestellt werden: Es gibt ja bereits Lebensmittelautomaten. Vielleicht wäre das als Ergänzung möglich?

Das Moderatorenteam wird jetzt die Anregungen zusammen fassen und dem Gemeinderat präsentieren. Ob’s Geld dann auch dafür da ist, muss man sehen, meinte Bürgermeister Hans Marquart.

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