Diese Gewürzpflanze wurde schon in der Steinzeit verwendet

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Würzige Zutat für Kräuterquark oder Salat: die Knoblauchsrauke. Sie ist aber mit dem Knoblauch nicht verwandt.
Würzige Zutat für Kräuterquark oder Salat: die Knoblauchsrauke. Sie ist aber mit dem Knoblauch nicht verwandt. (Foto: Judith Engst)

Können Sie sich ein Leben ohne Pfeffer, Muskat oder Nelken vorstellen? Wahrscheinlich nicht. Aus der heutigen Küche sind diese exotischen Gewürze nicht wegzudenken. Bevor es allerdings einen weltumspannenden Handel gab, waren Gewürze Mangelware. Man behalf sich mit heimischen Pflanzen, um die karge Kost geschmacklich aufzupeppen. Hier ein weiterer Text von Forstexpertin Judith Engst in unserer Serie.

Ein Gewächs wurde wohl schon vor rund 4000 Jahren als Gewürz in Europa verwendet: die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), die manchmal auch Knoblauchhederich genannt wird. Ihre Verwendung in der mittleren Steinzeit wurde durch archäologische Funde in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Auch im Mittelalter wurde sie rege in der Küche genutzt – Pfeffer aus dem indischen Seehandel war für Reiche.

Die Knoblauchsrauke trägt ihren Namen nicht von ungefähr. Sie riecht und schmeckt wirklich nach Knoblauch, obwohl sie nicht mit ihm verwandt ist. Er gehört zu den Lauchgewächsen, die Knoblauchsrauke dagegen zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae). Diese Pflanzenfamilie hat aber ebenfalls viele Vertreter mit markantem, oft scharfem Geschmack hervorgebracht, so zum Beispiel Kohl, Rettich, Radieschen, Rucola, Senf, Gartenkresse oder Meerrettich. Nur wird die Knoblauchsrauke eher selten im Garten kultiviert.

Die Wildform können Sie aber ruhig in der Küche verwenden, sie ist bei uns häufig zu finden, lässt sich zudem leicht identifizieren und hat keine giftigen Doppelgänger. In gekochtem Zustand verflüchtigt sich allerdings der Knoblauchgeschmack, daher empfiehlt sich eine Verwendung im Rohzustand. Sie schnippeln das Wildkraut also am besten in Kräuterquark oder Kräuterbutter. Auch die Blüten schmecken intensiv und sind daher als Salatzutat oder essbare Dekoration auf dem Teller geeignet.

Übrigens lohnt es sich auch, nach Fruchtreife die Schoten zu leeren: Die schwarzen, scharf schmeckenden Samen lassen sich als Pfefferersatz nutzen. Keine Sorge: Nach dem Verzehr müssen Sie nicht befürchten, der Geruch würde Ihnen länger anhaften: Die Knoblauchsrauke ist deutlich milder als Knoblauch.

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