Die Gemeinden Bubsheim, Böttingen und Mahlstetten wählen am 26. Mai ihren Gemeinderat – wer sind die Kandidaten?
Die Gemeinden Bubsheim, Böttingen und Mahlstetten wählen am 26. Mai ihren Gemeinderat – wer sind die Kandidaten? (Foto: Gerhard Blessing Flug&Bild)
Ronja Straub

Die Gemeinderatswahlen rücken näher und der Heuberger Bote hat sich unter den einzelnen Listen der neun Gemeinden auf dem Heuberg umgehört. In einer Serie mit drei Teilen werden jeweils drei Gemeinden des Heubergs und deren Wahlvorschläge und Kandidaten untersucht – beginnend mit Bubsheim, Böttingen und Mahlstetten.

Ein ewiges Thema in der kommunalen Politik ist der Frauenanteil im Rat: Oft sind deutlich weniger Frauen in den Gemeinderäten vertreten, als Männer. Bubsheim scheint da eine Ausnahme zu sein: Dort hat in der vergangenen Wahlperiode der anteilig frauenstärkste Gemeinderat im Umland getagt: 50 Prozent, nämlich vier von acht Mitgliedern, sind Frauen.

Fünf Frauen auf der Bubsheimer Liste

Ob das so bleibt, werden die Wahlen am 26. Mai zeigen, auf der Liste „Bürger für Bubsheim“ stehen zumindest wieder fünf Frauen, von zwölf Kandidaten. In Böttingen dagegen ist im Gemeinderat aktuell nur eine Frau. Bemühungen, das zu ändern, gibt es: Auf der Liste „Wir für Böttingen“ finden sich sechs Frauen bei 16 Kandidaten wieder. In Mahlstetten war für die vergangene Wahlperiode auch nur eine Frau im Gemeinderat. Auf der Liste „Bürger für Mahlstetten“ stehen zwei Frauen bei sieben Kandidaten.

In allen drei Gemeinden findet bei dieser Wahl eine Mehrheitswahl statt. Bei einer Mehrheitswahl liegt nur ein Wahlvorschlag (also nicht mehrere Listen) vor und die Wähler haben eine Stimme pro Kandidat, dürfen also weder kumulieren, noch panaschieren. Auf Grund einer Wahlrechtsreform ist es bei den anstehenden Wahlen erstmals möglich, mehr, doppelt so viele Bewerber auf die Liste zu setzen, als Sitze zu vergeben sind. Das kommt vor allem kleinen Gemeinden zugute.

So zum Beispiel dem 1500-Seelen-Ort Böttingen: Dort findet zum ersten Mal die Mehrheitswahl statt. Auf die zehn Sitze bewerben sich 16 Personen – alle auf einer Liste (siehe Kasten). Damit die Böttinger Wähler wissen, wie sie vorgehen müssen, legt die Gemeinde ein Infoblatt den Wahlunterlagen bei, so der Ansprechpartner der Liste „Wir für Böttingen“, Harald Villing. Für ihn ist diese neue Art des Wählens „ehrlicher und fairer“. „Bisher ist es vorgekommen, dass ein Kandidat in den Rat gekommen ist, der weniger Stimmen bekommen hat, als einer, der raus gefallen ist, nur weil er auf der ’falschen Liste’ stand“, sagt Villing.

Bei der letzten Wahl gab es zwei Listen mit jeweils sechs Personen – also vier Kandidaten weniger. „Dass wir für diese Wahl 16 Kandidaten gefunden haben, ist nicht selbstverständlich“, sagt Harald Villing, der selbst auf der Liste steht.

Fünf der Kandidaten auf der Böttinger Liste kommen ursprünglich nicht aus Böttingen. „Das war uns auch wichtig, da diese Leute oft einen anderen Bezug zu dem Ort haben und nochmal neue Blickwinkel miteinbringen“, sagt Villing.

Neue Kandidaten sind auch wichtig, denn über die Hälfte, nämlich sechs Mitglieder des aktuellen Gemeinderats, hören auf: Robert Frech, Eugen Flad, Hans-Peter Bayer, Markus Grimm, Dietmar Mattes und Friedrich Merkel legen das Ehrenamt nieder.

„Demokratie lebt von unterschiedlichen Gesichtern“

Dass so viele aufhören habe nichts mit Streit oder ähnlichem zu tun. „Manche sind aus Alters-, andere aus Zeitgründen nicht mehr dabei“, sagt Villing. „Demokratie lebt von unterschiedlichen Gesichtern, da muss ein Gemeinderat durchwechseln.“ Auf der Liste „Wir für Böttingen“ sind alle Neuen zum ersten Mal dabei, bis auf Wilhelm Mattes, der schon von 2004 bis 2009 im Gemeinderat war. Die Personen auf der Liste sind fast alle Arbeitnehmer, bis auf Raimud Flad, der Selbstständiger mit zwei Mitarbeitern ist, und Brigitte Nann-Knaier, die ein Unternehmen mit 40 Mitarbeiter hat.

Auf die acht Sitze in Mahlstetten gibt es sieben Bewerber auf der Liste „Bürger für Mahlstetten“ – vier alte Bewerber und drei neue. Auch die Mahlstettener werden nach dem Prinzip der Mehrheitswahl gewählt, was in Mahlstetten allerdings keine Neuheit ist. Auch gleich bleibt: Wähler können weitere Personen, die nicht auf der Liste stehen, dazuschreiben. Diese müssen dann, im Falle, dass sich die meisten Stimmen auf sie vereinen, auch die Wahl annehmen. Ausnahmen sind: Wenn die Person andere Verpflichtungen hat und nicht gleichzeitig im Gemeinderat sein kann oder die Person schon zwei Perioden im Rat war. „Die Bürger können und sollen noch Namen dazuschreiben“, sagt Stefan Schutzbach, der auch auf der Liste steht.

Die Mahlstetter Liste hat sich über einen offenen Aufruf im Amtsblatt gebildet. Auf der Liste stehen zwei Frauen, aktuell im Gemeinderat ist eine Frau. „Wir hätten gern mehr Frauen, aber das ist nicht so einfach“, sagt Stefan Schutzbach. Insgesamt sind alle auf der Liste Arbeitnehmer. Drei der Bewerber sind im Ausschuss oder Vorstand des Skiclubs (Pascal Dilger, Martin Schlecht und Fabian Specker) und einer, Benjamin Buschle, im Ausschuss des Motorclubs. Bei den vergangenen Wahlen hat es in Mahlstetten keine Listen gegeben – dieses Jahr schon. „Das ist einfacher für die Wähler“, sagt Schutzbach. „Oft ist es sowohl für die Älteren, aber auch für alle anderen schwierig, die Personen mit Adressen und so weiter anzugeben.“ In der Vergangenheit sei es oft ein Problem gewesen, dass der Wahlzettel nicht eindeutig zuordenbar waren.

In Bubsheim ist die Mehrheitswahl schon bekannt – allerdings waren es vor fünf Jahren nur sieben Kandidaten, vier Frauen und drei Männer, für die acht Mandate. Bei diesen Wahlen sind es zwölf Kandidaten, davon fünf Frauen und sieben Männer.

Erklären, um was geht, hilft

Der Bubsheimer Bürgermeister Thomas Leibinger weiß nicht, wieso die Frauenquote in Bubsheim so hoch ist: „Das muss Zufall sein“, sagt er. „Aber ich freue mich, dass wir so einen ausgewogenen Gemeinderat haben.“ Tatjana Bleile, die neu auf der Liste ist, sagt: „Wir wurden direkt angesprochen und es wurde uns erklärt um was es geht, da wurde mein Interesse geweckt.“

Bleile ist mit neun Jahren mit ihren Eltern aus Kasachstan nach Deutschland gekommen. Sie ist eine von sechs Neuen auf der Liste „Bürger für Bubsheim“ (s. Kasten). Es sind hauptsächlich Arbeitnehmer auf der Bubsheimer Liste, bis auf Hans-Joachim Sprenger von der Firma „Bauwerk“ in Bubsheim, er ist Arbeitgeber. Hans Joachim Sprenger und Edgar Staiger sind im Ausschuss und als Vorstand im Sportverein tätig.

Das sind die Kandidaten der Listen „Bürger für Bubsheim“, „Wir für Böttingen“ und „Bürger für Mahlstetten“

In Bubsheim kandidieren diese Personen für die Gemeinderatswahlen am 26. Mai 2019: Tatjana Bleile, Marianne Gehring, Elke Huber, Wolfgang Huber, Christian Leute, Carmen Mauch, Ralf Mauthe, Werner Merker, Sandra Moser-Netzer, Thorsten Schuler, Hans-Joachim Sprenger und Edgar Staiger.

In Böttingen stehen diese Personen auf dem Wahlvorschlag „Wir für Böttingen“: Raimud Flad, Michael Häring, Andy Mattes, Jutta Nestel-Villing, Michael Götz, Tobias Häring, Bernhard Mattes, Katja Thoma-Zangerle, Frank Grimm, Simone Lehr, Wilhelm Mattes, Harald Villing, Walter Grimm, Heidi Marquardt, Brigitte Nann-Knaier und Stefanie Villing.

In Mahlstetten kandidieren in diesem Jahr sieben Personen für den Gemeinderat. Die Kandidaten sind: Benjamin Buschle, Susanne Deyl, Pascal Dilger, Beate Gentner, Martin Schlecht, Stefan Schutzbach und Fabian Specker.

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