Böttingen erinnert an Margret Marquart

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Margret Marquart. (Foto: Monika Mauch-Mattes/privat)

Am Montag, 21.April, jährt sich zum zehnten Mal der Todestag von Dr. Margret Marquart aus Böttingen. Marquart folgte ihrer Berufung zu einem Leben der Hingabe als Kernmitglied der Internationalen Bewegung christlicher Frauen „GRAL“. Zu ihrem Todestag gedenken die Böttinger ihr ab 10 Uhr in einem Gottesdienst. Ab 18 Uhr gibt es eine Feier auf dem Friedhof.

In jedem Menschen erkannte und liebte Margret Marquart Christus. Ihre große Liebe galt Afrika. 1956 wurde sie, im Dienst der geistlichen Gemeinschaft „GRAL“ als Ärztin nach Uganda entsendet. Ab 1960 war sie in Ghana tätig, wo sie während 17 Jahren ein missionsärztliches Krankenhaus mit 180 Betten aufbaute und leitete, das in Würdigung ihres segensreichen Wirkens heute ihren Namen trägt.

1977 kehrte sie krank nach Deutschland zurück und arbeitete bis 1992 am Deutschen Institut für Ärztliche Mission in Tübingen, unter anderem als Beraterin in Weltgesundheitsfragen für den Päpstlichen Rat „Cor Unum“ sowie den Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf. Danach engagierte sie sich als Seelsorgerin für Abschiebehäftlinge in der Justizvollzugsanstalt Rottenburg.

Einheit der Christen

Marquart war zeitlebens für hilfsbedürftige und am Rand der Gesellschaft stehende Menschen eingetreten. Ihr unerschrockener Einsatz für andere zeichnete sie bis zuletzt aus. Geprägt von der Option für die Armen und Unterdrückten, setzte sie ihre Kräfte ein für Frieden und Gerechtigkeit und die Einheit aller Christen. Am 21. April 2004 starb sie nach langer Krankheit in ihrem Heimatort Böttingen im Kreise ihrer Familie.

Zu ihrem Todestag findet auch in Kpandu, Ghana, ein Gedenkgottesdienst statt.

Auch über den Tod Margret Marquarts hinaus bestehen Freundschaftsbande von Böttingen nach Ghana zu Augusta Sena Gabianu und Bischof Anthony Adanuty. Die katholische Diözese Keta-Akatsi unter der Leitung von Bischof Anthony Adanuty kümmert sich seit Jahrzehnten um die Menschen in dieser sehr armen Region. Im südlichen Afrika können rund 30 Millionen Kinder in keine Schule gehen.

Die Diözese unterhält und betreibt verschiedene Schulen mit insgesamt 3800 Schülern, 156 Kindergärten, zwei Krankenhäuser und Einrichtungen für Aids-Projekte. Dies sind durchweg Leistungen, die wenig staatliche Unterstützng erfahren und daher nur mit Hilfe großzügiger Spenden möglich sind. Auch die Spenden, die auf das Eine-Welt-Konto der Kirchengemeinde St. Martinus Böttingen eingehen, werden dort für Kinder und Familien eingesetzt. So werden Kleinkredite an Frauen ausgezahlt, Schulgeld wird vorgestreckt, und es gibt Gelder für Bau, Erweiterungen und Unterhalt dieser Institutionen. 2011 konnte der Bischof dort mit Hilfe von Spendengeldern und einem Architekturbüro aus München den ersten Abschnitt einer Mädcheninternatsschule einweihen. Mittlerweile leben und lernen mehr als 280 Mädchen in dieser Internatsschule. Dieses Schulprojekt hat eine enorme Bedeutung für die Region.

Der Gedenkgottesdienst für Margret Marquart ist am Ostermontag, 21. April, ab 10 Uhr in der Kirche und wird vom Kirchenchor mitgestaltet. Am Abend laden die Böttinger für 18 Uhr auf den Friedhof ein. Bei Lied und Gebet gibt es auch hier eine Gedenkfeier für Marquart. Anschließend machen sich alle auf den Weg auf den Alten Berg. „Aufstehen für das Lieben“, diesen Impuls lassen sie sich an Ostern mitgeben.

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