Älteste Egesheimerin wird 100 Jahre alt

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 Cäcilia Keller wird 100 Jahre alt.
Cäcilia Keller wird 100 Jahre alt. (Foto: Volkmar Hoffmann)

Egesheims älteste Bürgerin, Cäcilia Keller, feiert am Dienstag, 4. Februar, ihren 100. Geburtstag. In der Bergstraße 21 werden sich heute sicherlich viele Freunde, Bekannte und Nachbarn die Türklinke in die Hand geben, um der geschätzten Mitbürgerin zum Geburtstag zu gratulieren. Cäcilia Keller wurde in Egesheim geboren und hat hier auch ihr Leben verbracht.

Drei Kinder hatten die Eltern Wilhelm (Stimmer der Bläslefabrik) und Maria Keller. Die jüngeren Geschwister waren Martin und Josef Keller, der in den Kriegsjahren vermisst wurde und nicht mehr heim kam. Aufgewachsen in Egesheim, ging sie in den Kindergarten zu den Untermarchtaler Schwestern und besuchte die Volksschule. An harte Arbeit war Cäcilia Keller von Kindheit an gewöhnt: Sie war als Magd in der „Egesmer Schmitte“ bei Schmiedemeister Reiser im Haushalt und musste bei der Feldarbeit kräftig mit anpacken.

Als der Schmiedemeister gestorben war, wechselte sie in eine kleine Näherei, die in der ehemaligen Kreissparkasse untergebracht war. Nach Auflösung wurde sie in der Endfertigung der Gebrüder Dreher beschäftigt. Nebenher hat sie das Kleinod „Mariengrotte Oberburg“ bis ins hohe Alter von 90 Jahren gepflegt. Sie versprach in den Kriegsjahren beim Luftangriff in Egesheim: „Wenn ich heil vom Berg komme, dann richte ich die Grotte“ – und so war diese in allen Jahreszeiten für die Bürger schön hergerichtet.

Christlich war sie schon immer, sang über 60 Jahre im Kirchenchor, gestaltete viele Jahre die Kirche mit Blumenschmuck und ging zwei Mal die Woche in diese. Ledig blieb sie, denn die meisten Männer blieben im Krieg verschollen. Mit den Kindern der Verwandten ging sie oft aus; und jeden Montag, über Jahre hinweg, brachte sie in der „Milchkante“ für den Neffen Josef Keller die Milch von der nahegelegenen Mühle.

Einen Fernseher hatte sie in ihrem Leben nie – nur ein Radio und später eines mit Kassettenrekorder. Trotz ihrer kargen Rente war sie spendabel und zufrieden. Heute ist sie pflegebedürftig. Wohlbehütet ist sie bei Claudia Keller. Sie kümmert sich rund um die Uhr in allen Lebenslagen um die Jubilarin. Geburtstagsgäste werden neben den Verwandten auch der Ortspfarrer und der Bürgermeister sein. Das Rezept für ihr hohes Alter war wohl, „bei jedem Fest immer parat zu sein“.

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