Was tun mit dem Weihnachtsbaum im Topf? Das rät ein Förster

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Revierförster Siegmund Scheu
Revierförster Siegmund Scheu (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Weihnachtsbäume mit Wurzelballen gelten als nachhaltig, schließlich könnten sie wieder zurück in die Natur. Daher werden im Handel seit einiger Zeit vermehrt Tannenbäume im Topf oder Container zum Kauf angeboten. Doch wer keinen großen Garten hat, muss erst einmal einen Platz für ihn finden. Unsere Mitarbeiterin Silvia Müller hat sich mit dem Gunninger Revierförster Siegmund Scheu darüber unterhalten.

Herr Scheu, was mache ich, wenn ich den Tannenbaum aus dem Container nach Weihnachten in den Boden pflanzen möchte?

Da sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Wenn überhaupt, nur im eigenen Garten, oder im eigenen Wald, so man einen besitzt.

Das bedeutet, ich darf ihn nicht einfach irgendwo im Wald anpflanzen?

Genau. Der Kommunal- beziehungweise der Staatswald gehören, wie der Name schon sagt, der Kommune oder dem Staat und der Privatwald einem privaten Eigentümer. In allen Fällen handelt es sich um fremdes Eigentum, da darf man nicht einfach etwas einpflanzen. Im Kommunal- und im Staatswald unterliegt die Pflanzung forstrechtlichen Grundsätzen.

Hätte denn solch ein Bäumchen eine Überlebenschance?

Das im Prinzip schon, doch es würde sich möglicherweise schwer tun, denn der Wurzelballen ist im Verhältnis zu den bereits ausgebildeten Ästen recht klein. Das Risiko des Vertrocknens wäre sehr hoch. Außerdem sind junge Tannen immer auch begehrtes Futter von Rehen. Das Risiko des Wildverbisses ist also auch gegeben. Im Grunde genommen kann ich sagen, dass sich diese Frage in unserer Gegend gar nicht stellt. Wer sich einen Weihnachtsbaum im Container kauft, versucht ihn auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse über die Zeit zu bringen.

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