Erneut EM-Bronze für Joelle Arno

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Manchmal machtlos: Joelle Arno aus Gunningen musste bei der Beach-EM einige Gegentore hinnehmen. Als Stammtorhüterin hatte sie a
Manchmal machtlos: Joelle Arno aus Gunningen musste bei der Beach-EM einige Gegentore hinnehmen. Als Stammtorhüterin hatte sie aber großen Anteil am Gewinn der Bronzemedaille. (Foto: Kerstin Kattner)

Der Kader der deutschen U18: Joelle Arno (1 Tor/SG H2Ku Herrenberg), Jana Epple (8/TSV Ottobeuren), Isabel Kattner (8/TSV Schleißheim), Lena Klingler (16/SG BBM Bietigheim), Lucie Marie Kretzschmer (1/HC Leipzig), Amelie Möllmann (14/HSG Hannover-Badenstedt), Toni Luisa Reinemann (13/VfL Oldenburg), Paula Reips (8/HSG Würm-Mitte), Cara Reuthal (6/HC Erlangen), Antonia Thurner (1/HCD Gröbenzell).

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Die Farbe der Medaillen ist gleich. Aber eine Bronze-Auszeichnung glänzt für Joelle Arno aus Gunningen dann doch etwas mehr. Die Torhüterin landete mit der deutschen U 18-Nationalmannschaft bei der Beach-Handball-Europameisterschaft wie im Vorjahr auf dem dritten Platz.

„Das Vorjahresergebnis zu bestätigen ist höher zu bewerten, als der Medaillengewinn vor einem Jahr“, sagte Alexander Novakovic, Trainer der weiblichen U 18-Auswahl, und trifft damit die Meinung von Joelle Arno. „Im vergangenen Jahr war es leichter, Dritter zu werden. Da hat niemand mit uns gerechnet“, erklärt die Gunningerin, die bereits in der zweiten Handball-Bundesliga für H2Ku Herrenberg zwischen den Pfosten steht.

Deutsches Team von Konkurrenz anders wahrgenommen

Im Sand von Ulcinj in Montenegro gehörte die DHB-Auswahl dann schon zum Favoritenkreis – auch aus eigener Sicht. Dementsprechend beäugt wurden die deutschen Juniorinnen. „Die Gegner haben sich mehr Videos von uns angesehen, haben unser Spiel analysiert und überlegt, wie sie unsere Schwächen ausnutzen können“, sagt Arno.

Genutzt hat es den anderen Nationen erst einmal nichts. Gegen Polen (18:8, 13:12) und Griechenland (30:9, 28:11) setzte sich Deutschland jeweils 2:0 nach Sätzen durch. „Das waren gute Einstiegsgegner in das Turnier“, sagt die Gunningerin. Zwar habe Deutschland gegen Polen durchaus Probleme gehabt. Letztlich habe man aber beide Nationen schlagen müssen.

Vor dem abschließenden Gruppenspiel stand der Einzug ins Viertelfinale bereits fest. Gegen das bis dahin ebenfalls zweimal siegreiche Russland ging es nur noch um den Gruppensieg. Anders als beim 2:1-Viertelfinalsieg im Vorjahr bei der EM in Kroatien musste sich die DHB-Mannschaft dieses Mal geschlagen geben. Nach Penaltywerfen setzte sich Russland 2:1 (18:12, 12:13, 7:8) durch.

„Die Niederlage hat uns gestärkt. Danach waren wir noch motivierter“, sagte Arno, die mit ihren Mitspielerinnen zu Beginn der K.o.-Phase auf Spanien traf. Und die Ibererinnen konnten einem schon fast leid tun. „Das war das beste Spiel meiner Handball-Karriere“, sagte die Torhüterin nach dem furiosen Auftritt. Den ersten Satz hatte Deutschland 20:16 gewonnen, lag aber im zweiten Durchgang schon 0:8 zurück. Trotzdem schaffte Spanien nicht den Ausgleich. Beim Stand von 15:15 musste das Golden Goal entscheiden. Nach einem Sprungball sicherten sich die Deutschen das Spielgerät und Jana Epple erzielte den Siegtreffer.

Damit hatte die deutsche Mannschaft ihr Ziel, das Halbfinale, bereits erreicht. Für die Überraschung, im Finale mindestens um Silber zu spielen, reichte es dann aber nicht. Gegen den Top-Favoriten Niederlande zog Deutschland knapp den Kürzeren. „Das war unglücklich“, meinte Arno. Nach dem 18:23 im ersten Satz wurde der Ausgleich und ein Penaltywerfen beim 18:20 nur hauchdünn verpasst. Aber auch mit dem Erreichen des kleinen Finales sei die Mannschaft zufrieden gewesen. „Wir haben anfangs gar nicht gedacht, dass wir so weit kommen können“, erklärte die Torhüterin. „Wir haben von Spiel zu Spiel gedacht.“

Starker Teamgeist führt zum Erfolg

Vielleicht war es diese Einstellung, die der deutschen Mannschaft half, den Hebel noch einmal umzulegen. Gegen Portugal (23:14, 20:16) holte sich das DHB-Team deutlich die Bronzemedaille. „Wir haben uns nach der Halbfinal-Niederlage zusammengerissen und haben den Sieg mehr als Portugal gewollt“, sagte Arno, die wie ihr Trainer Novakovic („Die Mannschaft besteht aus unheimlich tollen Menschen, die einen unglaublich hohen Zusammenhalt haben“) den Teamgeist lobte: „Es gab nie Probleme. Wir haben uns mega verstanden. Alle hatten klar vor Augen, dass wir nur zusammen etwas erreichen.“

Die zweite EM-Medaille dürfte für die Gunningerin auch deshalb mehr wert sein, weil die Vize-Meisterin im B-Jugend-Hallenhandball bei diesem Turnier zur Stammkraft aufrückte. Anders als noch bei der EM in Kroatien 2017 – Arno war damals erst spät für den Kader nominiert worden – habe sie bei den Wettkämpfen in Montenegro „fast durchgespielt.“

An eine Pause ist auch nach der zweiten Beach-Europameisterschaft ihrer Karriere – Arno hat erst 2017 mit dieser Handball-Variante begonnen – nicht zu denken. Mit ihrer Mannschaft, den „Minga Turtles“, will sie sich für die Deutsche Meisterschaft in Berlin (3. bis 5. August) qualifizieren. Vielleicht bekommt Arno dann eine Medaille, die alles bisherige überstrahlt.

Der Kader der deutschen U18: Joelle Arno (1 Tor/SG H2Ku Herrenberg), Jana Epple (8/TSV Ottobeuren), Isabel Kattner (8/TSV Schleißheim), Lena Klingler (16/SG BBM Bietigheim), Lucie Marie Kretzschmer (1/HC Leipzig), Amelie Möllmann (14/HSG Hannover-Badenstedt), Toni Luisa Reinemann (13/VfL Oldenburg), Paula Reips (8/HSG Würm-Mitte), Cara Reuthal (6/HC Erlangen), Antonia Thurner (1/HCD Gröbenzell).

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