Eine himmlische Komödie

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Urkomisch: Die Theatergruppe des Musikvereins sorgte mit ihrer Darbietung für Lacher.
Urkomisch: Die Theatergruppe des Musikvereins sorgte mit ihrer Darbietung für Lacher. (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Ein Toter Polizist, ein Lottogewinn in Millionenhöhe und jede Menge Lacher. All das hielt die Theaterkomödie „Der Himmel wartet nicht“, den Besuchern der Gunninger Hohenkarpfenhalle am Samstagabend bereit. In achtwöchiger intensiver Probenzeit haben die Mitglieder der Theatergruppe des Musikverein das Stück von Sebastian Kolb und Markus Scherble einstudiert– und das hat sich gelohnt.

Das Stück beginnt am Smastagabend etwas anders als gewohnt. Bernd Merkt läuft durch die Tischreihen und schreitet auf die Bühne. Er trägt Polizei-Hemd, Polizei-Mütze, Wollsocken, Pantoffeln – und lange Unterhosen. Es ist ganz still in der Hohenkarpfenhalle und setzt sich auf einen der beiden Stühle, die vor dem Vorhang stehen. Vor den Augen des erwartungsvollen Publikums blättert er in einer Zeitschrift. Da ertönt plötzlivch eine Stimme aus dem Hintergrund. „Stelzl – Stelzl“, raunt es. Erst als die Stimme energischer wird, reagiert der hosenlose Polizist. Von der Stimme erfährtStelzl, dass er gestorben sei und sich im Wartezimmer zum Himmel befinde. Doch ehe er eingelassen werde, müsse er eine Aufgabe erledigen – das sei eine himmlische Regel.

Seine Mission: Stelzl soll den soeben verstorbenen Schreinermeister Bömmerl (Christoph Haller) innerhalb der nächsten 24 Stunden in den Himmel zu holen. Eine einfache Aufgabe, vermutet Stelzl und macht sich sofort auf den Weg. Da erst öffnet sich der Vorhang und gibt den Blick in die Kulisse, einem Wohnzimmer, frei.

Hier sitzen die trauernde Anna (Nadine Merkt), Bömmerls Tochter, um ihren verstorbenen Vater weinend auf dem Sofa. Doch sie bleibt nicht lange allein. Kurze Zeit später treffen im Wohnzimmer der Polizist und der Schreinermeister aufeinander – die ja beide verstorben sind.

Zuerst einmal muss Stelzl dem Bömmerl klarmachen, dass er tot ist. Der Polizist erklärt dem Schreinermeister, dass man im Himmel so ankäme, wie man hingeschieden sei. So erklärte sich dann auch der Aufzug des Polizisten, den ein Schlaganfall traf, als er im Begriff war, sich anzuziehen. „Du bist im Schlaf an einem Herzinfarkt gestorben, deshalb hast Du auch den Schlafanzug an“, erklärt Stelzl dem Schreinermeister. „Da bin ich ja froh, dass es mich nicht in der Badewanne erwischt hat“, antwortet dieser.

Als Bömmerl begreift, dass es nun heißt Abschied zu nehmen, tut er sich zusehens schwer.

Zwischenzeitlich tauchen die weiteren Darsteller in ihren Rollen auf. Die Haushälterin Finni (Daniela Hirth), der Geselle Emil (Hans Jörg Schröder), und der dem Schnaps sehr zugetane Rudi Schellenberger (Marcel Schmid). Als sich zur Beerdigung der Vetter Bömmerls und seine Gattin, die Froschmeiers (Peter Maurer und Christiane Haller) ankündigen, ist niemand erfreut. halten alle Beteiligten diese Beiden doch für Verwandte, die nur auf ihren Vorteil bedacht sind. Das bestätigt sich auch sehr schnell, als der Froschmeier und seine Froschmeierin beginnen die gute Stube nach Wertsachen zu durchsuchen. Der Fund einer Gewinnbenachrichtigung über einen Lottogewinn in Millionenhöhe lässt die Eheleute zu Hochform auflaufen.

Bömmerl, obwohl ein Geist und somit handlungsunfähig, will das aber ganz bestimmt nicht hinnehmen, dass dieser Gewinn nicht seiner Tochter zukommt. Stelzl muss ihm dabei helfen.

Da ommen ihnen die „akustischen Halluzinationen“, die der Schnapstrinker Rudi hat, sehr zugute. Er kann die Geister hören und dazu beitragen, dass zu guter Letzt die Bösen weggejagt werden und das Gute seinen Lauf nimmt. Für die Haushälterin Finni, begeisterte Leserin von Geisterromanen, steht fest, dass es sich hier um „paranormale Aktivitäten an ektoplastischer Präsenz handelt“.

Urkomisch und richtig gut gespielt, so dass auch Souffleuse Eva Merkt nicht wirklich zu tun hatte, bescherten die Theaterspieler des Gunninger Musikverein ihrem Publikum einen vergnüglichen Abend.

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