Kinder erkunden Segelflugplatz

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Viel zu lernen und zu schauen gibt es unten, aber selber mitfliegen ist das Beste finden die Kinder.
Viel zu lernen und zu schauen gibt es unten, aber selber mitfliegen ist das Beste finden die Kinder. (Foto: Groß:)
Schwäbische Zeitung
Herlinde Groß

Die Jungnarren und Kindertänzer der Narrenzunft Gosheim mit ihren Betreuern haben als Dank für ihr Engagement ein Jugendevent auf dem Klippeneck erlebt. Diesmal ging es um die Segelfliegerei. Wie kommt ein Flieger in die Luft? Dieser Frage wollten die 40 Kinder – zu Fuß hergekommen – auf dem Klippeneck nachgehen.

Jörg Ott vom Aero-Club Klippeneck (ein Zusammenschluss der Segelfliegervereine der Kreise Tuttlingen und Rottweil) erwartete die Wanderer und stand Rede und Antwort.

Für Jörg Ott ist es wichtig, den Kindern die Fliegerei nahe zu bringen, was gleichzeitig auch Mittel zum Zweck war. Denn auch bei den Segelfliegern ist der Nachwuchs rar. Über die Ausmaße des Fluggeländes sind die Kinder mehr als erstaunt. Auf jeden Fall sind sie am Ende der Besichtigung ziemlich „groggy“. Doch der Heimweg über die Skihütte wird gerade noch geschafft, denn dort gilt es später den Abschluss eines erlebnisreichen Tages zu feiern.

Als erstes werden den einzelnen Gruppen die verschiedenen Arten der Segelflieger gezeigt. In den Hallen stehen die zwei Grundarten: Ein- und Zweisitzer sowie ein Ultraleichtflugzeug, Motorsegler und Sportflugzeuge. Der Experte erklärt den Jugendlichen, dass man die Flugzeugklassen an den Buchstaben erkennt. Zum Beispiel steht D für Deutschland, E – Echo-Klasse Sportflugzeug, M – Ultraleichtflugzeuge und K – Motorsegler.

Dann geht es zur Winde. Der Windenstart ist eine Technik, mit der ein Luftfahrzeug ohne eigenen Antrieb auf eine für den Weiterflug ausgerichtete Geschwindigkeit und Höhe gebracht wird.

Der 13-jährige Simon Müller findet diese Winde toll. „Dass sie mit einem Achtzylindermotor aus dem Jahr 1969 von Daimler in Eigenbaut hergestellt wurde, ist besonders spannend“, erzählt Simon.

Wie ein Start vor sich geht

Inzwischen kommt die elfjährige Nele Hermle ganz aufgeregt zu der Gruppe. Sie durfte mit einem Segelflieger in die Lüfte. „Es war einfach cool. Ein wenig eng und unbequem war der Platz schon in dem Segler. Aber die Aussicht war herrlich, nur war die Reise etwas kurz“, beschreibt sie den Flug ganz begeistert.

Dies nimmt Jörg Ott zum Anlass, der Gruppe zu erzählen wie ein Start vor sich geht. Fünf Leute seien am Boden nötig, damit ein Flugzeug in die Lüfte steigen kann: Der Windefahrer bedient die Winde, der Seilrückholer holt das ein Kilometer lange Schleppseil zurück. Im Einvernehmen mit dem Piloten signalisiert der sogenannte „Flächenmann“ der Startstelle durch Erheben eines Armes (mit dem anderen Arm wird die Tragfläche des Flugzeugs waagrecht gehalten), dass das Flugzeug startbereit ist.

„Man fühlt sich richtig frei“

Der Startleiter gibt dem Windenfahrer per Funk den Start frei. Das Seil wird langsam angezogen, das Flugzeug schnellt nach vorn und hebt ab. Nach etwa 30 Sekunden ist die Ausklinkhöhe von 400 bis 600 Metern erreicht. Das Schleppseil wird ausgeklinkt und das Segelflugzeug gleitet dahin.

Den ganzen Vorgang kann Teresa Weber anschließend bestätigen. Sie durfte ebenfalls fliegen. „Wir flogen über Spaichingen und Gosheim. Auf den Feldern konnte ich einen Traktor sehen und natürlich unser Haus. Beim Aufstieg hatte ich einen Ohrendruck, aber die Landung war etwas holperig“ erzählt Teresa.

Auch Lena Hauser fand den Flug sehr interessant. „Man fühlt sich richtig frei. So etwas muss man erlebt haben und auf sich wirken lassen“, beteuerte sie.

Neben den vielen Informationen gab es im Vereinszimmer auch eine Bastelrunde. Nach Anleitung konnten verschiedene Papierflieger gefaltet werden. Dazu gab es ein kleines Segelfliegerquiz. In den Pausen wagten die Tanzmädchen der Gosheimer Zunft sogar einen Tanz auf dem Steinboden.

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