Eine tolle „Sauerei“

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Gisela Spreng

Wie kann eine „Super-Sauerei“ so viele Leute begeistern? – Kann sie, wenn sie so gut gesungen und geschauspielert rüberkommt wie das Kindermusical, das die Musical-AG der Juraschule Gosheim am Donnerstag und Freitag aufgeführt hat.

Rund 500 Eltern, Geschwister und Großeltern hatten bei den beiden Vorstellungen ihre helle Freude an dem Stück „Schwein gehabt! Da rocken ja die Hühner“ von Gerhard A. Meyer und Gerhard Weiler. Die Musical-AG mit rund 80 Teilnehmern bot unter der Gesamtleitung von Anja Weber auf der Bühne der Jurahalle zum wiederholten Mal eine grandiose Gesamtleistung. Webers Kolleginnen Nancy Mowitz, Emely Merl, Alexandra Wenzler und Luise Müller, die sie schon während des ganzen Schuljahres bei den Proben unterstützt hatten, standen ihr auch bei den beiden Aufführungen zur Seite.

Die ganze Bühne ist ein Bauernhof, auf dem sich eine Menge ulkig kostümierter Gestalten tierisch wohl fühlen und ihre gute Gemeinschaft in fetzigen Songs besingen. Begleitet werden sie von einer unsichtbaren Band aus der Konserve. Vor der Bühne kniet Anja Weber auf einem Kasten und lenkt das turbulente Geschehen. Pit Jansen steuert die Licht- und Tontechnik.

„Hier riecht’s so komisch“

Als die aufgebrezelte Piggy, die sich selbst als „absolute Supersau“ bezeichnet – ganz in Pink parfümzerstäubend – auf dem Hof erscheint, sind sich alle – von den Ochsen bis zu den Küken - einig: „Hier riecht’s so komisch.“ Und wo sich Piggy eben noch als „Augenweide“ besungen hat, heißt es jetzt im Chor der Hoftiere voller Verachtung: „Das riecht ja wirklich liederlich.“ In einem feurigen Tango-Lied singen sie „Warum kannst du nicht sein wie wir“.

Die Supersau stiehlt den Anderen mit ihrem exzentrischen Gehabe wirklich die Schau. Sie lässt sich vom Bauern mit Leckereien füttern, weil sie denkt, sie sei sein auserkorener Liebling. Die umstehenden Tiere sollen sie dafür bewundern. Erst als sie merkt, dass sie immer fetter wird und sich kaum mehr auf den dünnen Beinen halten kann, bemerkt sie ihren Irrtum. Schließlich passt sie wegen ihrer enormen Leibesfülle nicht mehr durchs Tor. Ihre aufmerksamen Tierkolleginnen und -kollegen haben längst mitbekommen, wie der Bauer mit dem Metzger handelseinig geworden ist.

Traurig stellt Piggy fest: „Ich armes Schwein bin ganz allein.“ Aber jetzt beweisen ihr die anderen Tier-Kollegen vom Hof - die Mäuse, der Kater, die Hühner und Gänse, der Hund, das Pferd, die Kühe und Ochsen, ja sogar die Würmer, dass sie wahre Freunde sind. Sie verstecken die arme, fette Sau vor dem Schlachter mit seinem blitzenden Messer.

In humorvollen Szenen mit anspruchsvollen Sologesangs-Nummern und Sprechrollen, mit Spielchen und Tänzen in fantasievoller Kostümierung, bereiten die Kinder der Juraschule ihrem Publikum eine hinreißende Augenweide mit Ohrenschmaus.

Zum Schluss bringt das kluge Huhn das Problem auf den Punkt. Es stellt mit „Ferien auf dem Bauernhof“ eine neue Geschäftsidee vor. „Da hab‘ ich noch mal Schwein gehabt“, singt Piggy in ihrer letzten Solonummer. Dann stellen die beiden Tier-Chöre rechts und links auf der Bühne in einem Fazit fest, dass sie zwar alle verschieden, aber gerade deshalb Freunde sind. In einem originellen „Abspann“ sprechen der schlaue Hofhund und der Hahn allen Beteiligten, vor allem auch den Eltern, ihren Dank aus. Mit dem gemeinsam gesungenen und geklatschten Refrain „Es lebe hoch das Schweinetier“ geht ein schwungvolles Kindermusical zu Ende.

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