Wasserstoff marsch!

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In Geisingen soll es bald eine Wasserstoffzapfsäule geben. Der Grund: Die Shell-Tankstelle liegt nahe an der Schweizer Grenze. A
In Geisingen soll es bald eine Wasserstoffzapfsäule geben. Der Grund: Die Shell-Tankstelle liegt nahe an der Schweizer Grenze. Aus Sicht des Unternehmens ist ein Ausbau solcher Zapfsäulen im Grenzraum wichtig. (Foto: Gombert)
Schwäbische Zeitung
Sarah-Lena Gombert

Bleifreies Benzin, Gas, E10: Das Angebot an Treibstoffen für Fahrzeuge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Es gibt Steckdosen für Autos, Tesla stellt überall seine „Supercharger“ für schnelles Nachladen auf. Und an der Shell-Tankstelle zwischen Geisingen und Kirchen-Hausen soll noch dieses Jahr eine Wasserstoff-Zapfsäule aufgestellt werden. Eine der ersten landesweit.

„Wir erwarten, dass die Zapfsäule im dritten Quartal dieses Jahres betriebsbereit sein wird“, sagt Axel Pommeränke, Pressesprecher bei Shell, auf Anfrage unserer Zeitung. Ursprünglich hatte der Konzern, der unter anderem mit den Firmen Daimler, Linde und Total das Unternehmen „H2 Mobility“ auf den Weg gebracht hat, mit der Eröffnung in den ersten Monaten des Jahres gerechnet. „Wir mussten aber einige Änderungen an unserem Bauvorhaben vornehmen“, erklärt Pommeränke.

Der Geisinger Gemeinderat hatte sich bereits im vergangenen September mit dem Thema auseinandergesetzt. Schon damals war der Abstand des großen Wasserstofftanks zur Straße ein Thema. Der Standort wurde von Shell nun angepasst, den Tank wird die Firma Linde auf dem Shell-Gelände aufstellen.

„Wir befinden uns jetzt im Genehmigungsprozess und klären die noch offenen Fragen der Betriebssicherheit“, sagt Axel Pommeränke. Unter anderem ist auch die Geisinger Feuerwehr in das Sicherheitskonzept eingebunden. „Ein Mehraufwand für die Feuerwehr entsteht aber durch diese Anlage nicht“, ist sich der Shell-Sprecher sicher.

Nicht nur der Tankstellenbetreiber, sondern auch der Automobilhersteller Daimler hat ein großes Interesse daran, dass in Geisingen bald so eine Zapfsäule steht. Der Konzern baut derzeit in Immendingen sein Prüf- und Technologiezentrum und wird im kommenden Jahr ein Wasserstoffauto im SUV-Segment auf den Markt bringen: den GLC. Auch sollen in Immendingen Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge getestet werden, wie Madeleine Herdlitschka, Sprecherin im Bereich alternative Antriebe bei Daimler, gegenüber unserer Zeitung sagt.

Autobauer vor Henne-Ei-Problem

Auch, um seine Fahrzeuge besser verkaufen zu können, ist Daimler ein gut ausgebautes Zapfsäulennetz für Wasserstoff wichtig. „Hier greift das Henne-Ei-Problem“, erklärt Herdlitschka. Wenn es keine entsprechenden Tankstellen gebe, dann werde auch kaum einer Wasserstofffahrzeuge kaufen.

Dass gerade in Geisingen eine solche Tankstelle gebaut wird, hängt aber nicht nur mit dem Prüf- und Technologiezentrum zusammen. Die Tankstelle liegt sehr nahe an der Schweizer Grenze, und nach Frankreich ist es auch nicht weit. Und ein internationaler Ausbau des Netzes ist aus Sicht des Unternehmens gerade im grenznahen Raum wichtig.

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