Startschuss für Millionenprojekt fällt

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Männer im Anzug vor einem Haus
Die Zuschussbescheide für den Neubau der Ultrafiltrationsanlage des Zweckverbands Wasserversorgung Unteres Aitrachtal über insgesamt 1,9 Millionen Euro überreichte Ministerialdirektor Helmfried Meinel (von rechts) vom Umweltministerium an den Verbandsvorsitzenden und Geisinger Bürgermeister Walter Hengstler, Immendingens Bürgermeister Markus Hugger sowie Bürgermeister-Stellvertreter Ralf Bohnacker aus Emmingen-Liptingen. (Foto: Paul Haug)
Paul Haug

Der Zweckverband Wasserversorgung unteres Aitrachtal besteht in zwei Jahren 60 Jahre. Dann soll die größte Investition des Verbandes fertiggestellt sein: die neue Wasseraufbereitungsanlage. Mit der offiziellen Übergabe des Förderbescheides durch Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Umweltministerium kann nunmehr der Startschuss für die Investition gegeben werden.

Insgesamt werden netto fünf Millionen Euro investiert, der Löwenanteil von rund vier Millionen Euro geht in die Wasseraufbereitungsanlage, eine weitere Million in eine zentrale Enthärtungsanlage, mit der der Härtegrad des Aitrachwassers auf 8,9 Grad (Stufe II) entkalkt wird. Im Rahmen eines kleinen Festakts beim Pumpwerk Aulfingen wurde der Förderbescheid an den Verbandsvorsitzenden, Bürgermeister Walter Hengstler, sowie Immendingens Bürgermeister Markus Hugger und den Bürgermeister-Stellvertreter Ralf Bohnacker aus Emmingen-Liptingen übergeben.

Verwundert war nicht nur der Verbandsvorsitzende über den Zuschuss von 1,9 Millionen Euro, gab es doch im März eine Mitteilung des Umweltministeriums, dass das Projekt mit 2,1 Millionen bezuschusst wurde. Dies hat auch der Wahlkreisabgeordnete und Justizminister Guido Wolf so mitgeteilt. Wo die restlichen 200 000 Euro geblieben sind, weiß niemand. Aber in der Mitteilung vom März hieß es auch: „Die endgültige Förderung der einzelnen Maßnahmen erfolgt durch separate Bewilligungsbescheide“. Und diese fielen etwas geringer aus.

Hengstler betonte, dass die Tiefbrunnen des Verbandes im Aitrachtal relativ hoch sind, und um die vorgeschriebenen hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser sicherzustellen, sei eine Ultrafiltrationsanlage erforderlich. Damit können die Verbraucher mit hochwertigem Trinkwasser versorgt werden. Weiter wird entsprechend den Gemeinderatsbeschlüssen von Geisingen, Immendingen und Engen eine zentrale Wasserenthärtungsanlage gebaut. Nicht nur aus Komfortgründen: Sollte es irgendwo zu einer Störung kommen, kann Bodenseewasser eingespeist werden, das einen ähnlichen Härtegrad aufweist. Für die Ultrafiltration wird ein Gebäude mit einem Ausmaß von 16 mal 29 Metern nördlich des jetzigen Pumpwerkes gebaut, das mit einem Flachdach ausgeführt wird; darauf sind Photovoltaikanlagen, um einen Teil des benötigten Strom selbst zu erzeugen.

Da das Wasser künftig zentral aufbereitet wird, sind zu den Tiefbrunnen zwischen Kirchen-Hausen und Aulfingen neue Leitungen erforderlich. In Aulfingen müssen diese im Engpass der Aitrachbrücke verlegt werden, die Aulfinger werden in den nächsten Wochen zu einer Informationsveranstaltung über Maßnahme und Leitungsverlegung eingeladen. Die Ultrafiltrationsanlage wird immer wieder gespült; damit dieses „Spülwasser“ in der Aitrach keinen Schwellbetrieb verursacht, muss ein entsprechendes Absetzbecken gebaut werden.

„Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel“, sagte Meinel. „Der Landesregierung ist es daher wichtig, die Bürger im Land gleichermaßen und dauerhaft mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen.“ Der Wasserbedarf in den Verbandsgemeinden sei aufgrund von Baumaßnahmen und der höheren Temperaturen von 2015 bis 2017 um mehr als elf Prozent gestiegen. Damit seien die Kapazitäten der vorhandenen Brunnen ausgereizt, so der Amtschef.

Derzeit läuft die Ausschreibung; man hofft, Ende des Jahres die Aufträge vergeben zu können und möglichst günstige Preise zu erhalten. Die Fertigstellung ist 2020 geplant.

Der Zweckverband Wasserversorgung unteres Aitrachtal versorgt Geisingen, Immendingen sowie Teile von Emmingen, Engen und Tuttlingen mit Trinkwasser. Gegründet wurde er 1958. Der Verband bezieht das Wasser aus Tiefbrunnen im Aitrachtal auf den Gemarkungen Leipferdingen, Aulfingen und Kirchen-Hausen. Genehmigt sind eine Entnahme von 1,1 Millionen Kubikmetern pro Jahr, 2017 wurden 875 000 Kubikmeter Wasser entnommen und weitergeleitet. Viel Reserven hat der Verband allerdings nicht, da nunmehr für die Spülung des Filtersystems noch einiges an Wasser benötigt wird.

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