Pflegeheim Haus Wartenberg soll neu gebaut werden

Lesedauer: 4 Min
Dieses Gebäude soll durch einen Neubau ersetzt werden. Im Haus Wartenberg sind 90 Betten. Die Sanierungskosten des vor 60 Jahren
Dieses Gebäude soll durch einen Neubau ersetzt werden. Im Haus Wartenberg sind 90 Betten. Die Sanierungskosten des vor 60 Jahren errichteten Gebäudes sind zu hoch. (Foto: Paul Haug)
ph

In das Pflege- und Altersheim Haus Wartenberg in Geisingen soll in den kommenden Jahren investiert werden. Das erläuterte der Geschäftsführer Boris Schmid bei der Zweckverbandsversammlung, bei der der Haushaltsplan vorgelegt wurde. Die Einrichtung hat 330 Heimbetten in Gesingen und 48 weitere am Standort in Blumberg (Schwarzwald-Baar-Kreis).

In Blumberg ist der Neubau eines Gebäudes für betreutes Wohnen mit einem Aufwand von rund 5,6 Millionen Euro in den Jahren 2020 bis 2022 geplant. Das Grundstück dafür wurde bereits erworben. Die größte Investition aber steht in Geisingen mit dem Neubau des Hauses Wartenberg an. Das Haus Wartenberg, das dem Zweckverband den Namen gegeben hat, wurde vor mehr als 60 Jahren als eines der ersten Altersheime in der Region gebaut. Es beherbergt auch den Festsaal, der aus Brandschutzgründen seit über einem Jahr nicht mehr benutzt werden darf. Insgesamt wurden die Kosten des Neubaus mit 90 Betten auf 13 Millionen Euro geschätzt.

Der Umfang und Zeitpunkt des Neubaus hängt noch von den ausstehenden Berichten der Heimaufsicht zusammen. Der Haushalt hat ein Volumen von 19,7 Millionen an Erträgen und 19,6 Millionen an Aufwendungen. Geplant ist für das nächste Jahr ein Überschuss von 124 000 Euro. Der Verbandsvorsitzende und Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, Sven Hinterseh, betonte zum Zahlenwerk: „Niemand will Geld herausziehen, der Zweckverband ist dem Gemeinwohl verpflichtet. Trotzdem sind wir ein Akteur auf dem Markt der Pflege, und es ist ein ständiges Ringen um den richtigen Weg“. Die Belegung der Betten in Geisingen mit knapp 98 Prozent und in Blumberg mit 99 Prozent spiegelt die Nachfrage nach Heimplätzen wider und sorgt auch für die finanzielle Basis. Durch die Investitionen wird die Verschuldung des Zweckverbandes von derzeit 3,4 Millionen bei 3,9 Millionen Euro Rücklagen deutlich steigen. Man rechnet für die baulichen Investitionen mit einem Kreditbedarf von insgesamt 13 Millionen Euro, je nachdem wie hoch die Zuschüsse ausfallen.

Die Fluktuation des Personals ist mit 20 Prozent relativ hoch. 62 Mitarbeiter schieden im vergangenen Jahr aus, 77 neue wurden eingestellt. Eine „branchenübliche“ Quote der Fluktuation, wie Verbandsmitglied Kerstin Skodell erläuterte. „Die Tagespflegeeinrichtungen ziehen uns teilweise das Personal ab“, wurde bemängelt, dort müsse man keinen Schichtdienst leisten.

Das Geisinger Pflegeheim hat insbesonders im Haus Baar II Stationen für jüngere schwerstpflegebedürftige Erwachsene, unter anderem Wachkomapatienten. Wie sich die Ausbildung an Nachwuchspersonal im Rahmen der neuen generalistischen Ausbildung, die in Tuttlingen an der Fritz Erler-Schule angeboten wird, entwickelt, muss noch abgewartet werden. „Wir halten an der Altenpflegeschule beim Verband fest“, sicherte Hinterseh zu.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen