Bürger informieren sich beim Aktionstag in Gutmadingen über das Naturschutzprojekt.
Bürger informieren sich beim Aktionstag in Gutmadingen über das Naturschutzprojekt. (Foto: Dreyer)

Mit einem Aktionstag im Gutmadinger Gemeinschaftshaus haben die Projektleiter des „Naturschutzgroßprojekts Baar“ ihr Vorhaben einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Ziel des Projekts ist es, Lebensräume für den Artenschutz zu sichern. Immerhin: Die Baar bildet biotop-technisch ein Drehkreuz von internationaler Bedeutung.

Verwaltung baut auf Dialog

Die Erhaltung und Weiterentwicklung des Naturerbes wird in dem Projekt als Chance gesehen. „Wir können dies jedoch nur gemeinsam mit der Landwirtschaft tun. Die ökonomischen Bedingungen der Landwirte müssen wir anerkennen“, betonte Regierungspräsidentin Barbara Schäfer am Sonntag in ihrer Ansprache. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass durch Kommunikation Erfolge erzielt werden können.

Der Landrat des SchwarzwaldBaar–Kreises, Sven Hinterseh, versicherte, man pflege einen ehrlichen Dialog mit der Landwirtschaft und dankte den Vertretern des Berufsstandes für das konstruktive Miteinander.

Der Geisinger Bürgermeister Walter Hengstler ging in einer beeindruckenden Rede auf die Sichtweise der Kommunen ein, wenn es um den Naturschutz geht. Er stellte die Frage, wie viel Schutz sein müsse und verwies darauf, dass neben der Landwirtschaft Unterschutzstellungen auch in Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinden hineinwirken. Um Konflikte zu vermeiden, forderte er, bei den Vorgehensweisen mehr Kompromissbereitschaft seitens der Behörden.

Gleichzeitig bewertete er unter Hinweis auf das Aitrachtal die Praxis bei dem aktuellen Projekt positiv. Der Tuttlinger Landrat Stefan Bär sieht in dem Projekt eine große Chance für die Region und den Landkreis Tuttlingen, das hiesige Naturerbe zu erhalten. Er zeigte sich überzeugt, durch gute Kompromisse Lösungen auch für die Landwirtschaft finden zu können.

Projektleiter Thomas Kring machte deutlich, dass im Gegensatz zur Schutzgebietsausweisung bei diesem Projekt die Umsetzung nur auf freiwilliger Basis erfolge. Das heißt, nur wenn der Eigentümer zustimmt. Es gebe Fördermittel bis zu 90 Prozent. Die Umsetzung soll 2016 beginnen und bis 2024 dauern.

Am Nachmittag wurden Exkursionen in die Fördergebiete angeboten, außerdem gab es Vorträge zu den Themen Biber, Amphibien, Schmetterlinge und Orchideen. Den Tag über war auch ein „Markt der Möglichkeiten“ präsent. Organisationen stellten ihre Arbeit vor. Für Kinder bot sich die Möglichkeit, im Ökomobil als Naturforscher tätig zu sein. Für die Bewirtung sorgten die Landfrauen von Pfaffenweiler–Herzogenweiler.

Stadtrat Michael Kollmeier, Geisingen, hielt im Gespräch mit dieser Zeitung den Aktionstag für wichtig. Er war überzeugt, so detaillierte Informationen zu erhalten, da die Öffentlichkeit bislang nur wenig über das Projekt informiert sei.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen