Veterinäramt verhängt wegen erstem Gelügelpestfall Stallpflicht

Mit dem Picken und Scharren unter freiem Himmel ist es für Hausgeflügel nun vorbei, wenigstens im Bereich Immendingen und Geisin
Mit dem Picken und Scharren unter freiem Himmel ist es für Hausgeflügel nun vorbei, wenigstens im Bereich Immendingen und Geisingen (Foto: Daniel Karmann)
Schwäbische Zeitung

Die Geflügelpest ist schneller zurück als erwartet. Bei vier in der Nähe von Donaueschingen verendeten Schwänen wurde nun ein Subtyp (H5N1) der Vogelgrippe oder hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) festgestellt.

Der Landkreis Tuttlingen hat deshalb eine Stallpflicht für Geflügelhaltungen in Geisingen, Immendingen, Hintschingen und Zimmern angeordnet. Bereits im letzten Jahr hatte das Veterinäramt wegen der Geflügelpest im Grenzgebiet zum Schwarzwald-Baar-Kreis zusätzliche Hygienemaßnahmen festgesetzt.

Gefahr, dass sich das Virus verbreitet, ist hoch

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine hochansteckende Tierseuche, die seit Mitte Oktober erneut in Wildvogelbeständen in Deutschland nachgewiesen wird und in anderen Bundesländern bereits in Hausgeflügelbestände eingeschleppt wurde. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt das Risiko weiterer Einträge in Geflügelhaltungen und Vogelbestände durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln als hoch ein.

Zum Schutz der Hausgeflügelbestände ordnet das Landratsamt Tuttlingen daher die Aufstallung von Geflügel an. Auf Grundlage der bekannten Rastgebiete für wandernde wilde Wasservögel und der Erfahrungen aus den vergangenen Jahren wird die Aufstallungspflicht derzeit beschränkt auf alle Gemarkungen der Stadt Geisingen sowie auf die Gemarkungen Immendingen, Zimmern und Hintschingen der Gemeinde Immendingen. Auch der Schwarzwald-Baar-Kreis erlässt eine Allgemeinverfügung für gefährdete Gebiete.

Geflügelhalter sind angehalten, die Biosicherheitsmaßnahmen zu optimieren und strikt einzuhalten, um eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.

Wer tote oder kranke Vögel findet: Finger weg!

Für das gesamte Kreisgebiet gilt, dass noch nicht gemeldete Geflügelhaltungen unverzüglich beim Veterinäramt zu registrieren sind und aufgegebene Haltungen abgemeldet werden müssen. Sollten Sie krank erscheinende oder tote Wasservögel (z.B. Enten, Schwäne, Reiher), Greifvögel oder Rabenkrähen finden, so fassen Sie diese nicht an, sondern melden Sie diese dem Veterinäramt. Die Jäger im Landkreis werden gebeten, vermehrt auf kranke oder verendete Wasservögel im Revier zu achten und diese zu melden.

Bei den vier Schwänen handelt sich um den ersten Geflügelpestnachweis in Baden-Württemberg in dieser Saison. Bereits im vergangenen Jahr waren an der Geflügelpest gestorbene Vögel in der Nähe zu Donaueschingen gefunden worden. Auch da hatte der Landkreis weitere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Ein Seuchenfund im Landkreis Tuttlingen gab es damals nicht.

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